8.2.06

Berlinale: Stay


USA 2006 (Stay) Regie: Marc Forster mit Ewan McGregor, Naomi Watts, Ryan Gosling, Janeane Garofalo, Bob Hoskins 99 Min.
 
Wahnsinn in seiner aufregendsten Form: In der Berlinale-Nebensektion Panorama schickt Marc Forsters "Stay" Ewan McGregor ("Star Wars") in ein auch optisch faszinierend verwirrendes Psycho-Labyrinth bis zur Überraschung im Stile von "The Sixth Sense". Der New Yorker Psychiater Sam Foster (Ewan Mcgregor) übernimmt den Kunststudenten Henry Letham (Ryan Gosling), der nach einem Unfall auf der Brooklyn Bridge sehr wirr wirkt. Das klassische Verhältnis Doktor-Patient löst sich bald ebenso auf wie die Sicherheit Sams. Seine Freundin Lila (Naomi Watts), eine ehemalige Patientin und selbstmord-gefährdet, nennt ihn Henry. Sams blinder Freund und Schachpartner (Bob Hoskins) soll Henrys Vater sein. Begegnungen mit Henrys Bekannten wandeln sich zu Horror-Visionen. Wiederholungen häufen sich, Sam wandelt in Deja Vues und gescratchten Momente vor und zurück.
Dieses psychologische Verwirrspiel ist vor allem ästhetisch reizvoll, mit einer sorgfältigen Strukturierung des Raums, der Hintergründe bei Kunstausstellungen oder im Aquarium. Spiegel oder Arrangements mit Schachfiguren korrespondieren mit verwirrenden Konstruktionen aus Glas und Stahl im Stile von Escher. Atemberaubend rasante Übergänge zwischen den Szenen treiben die Handlung voran, allein das Sounddesign kann einen schon wahnsinnig machen. Bis zur finalen Auflösung, bis zum schon zunehmend befürchteten Platzen einer inhaltlich recht leeren Blase. "Stay" hat den Überraschungseffekt von "Sixth Sense", "Signs" und "The Village" von M. Night Shyamalan. Nur das ist leider nicht mehr wirklich überraschend.