16.2.10

Der Ghostwriter


Frankreich, Deutschland, Großbritannien 2009 (The Ghost Writer) Regie: Roman Polanski mit Ewan McGregor,  Kim Cattrall,  Olivia Williams,  Pierce Brosnan 120 Min.

Auf der Fähre zur amerikanischen Atlantikinsel Martha’s Vineyard bleibt ein Auto führerlos stehen. Die Leiche des Besitzers wird am Strand gefunden. Es war der Ghostwriter des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang (Pierce Brosnan). Also muss ein neuer Ghostwriter her. Bei dem alten Herausgeber ist der junge, unverfrorene Autor von Biographien (Ewan McGregor) nicht besonders gut angesehen. Doch dem amerikanischen Verlagschef gefällt die freche Art: „Wer will schon Politiker-Biographien lesen. Ich mach eine Geschichte mit Herz draus!“

So landet der neue Schreiberling auf Martha’s Vineyard, gerät in den engeren Kreis des Ex-Premierministers mit seiner Frau und seinem kleinen Stab. Die ersten Gespräche mit Lang zeigen einen eingebildeten Schauspieler, aber auch ein Geheimnis steht im Raum. Liegt der Grund für den Mord im Buchmanuskript, das im Safe verschlossen ist? Der Ghostwriter wird neugierig und beginnt, rumzuschnüffeln. Gleichzeitig klagt der ehemalige Außenminister Langs ihn an, die Festnahme und Folter mutmaßlicher Terroristen für die CIA durchgeführt zu haben...

Roman Polanskis neuer Thriller (Drehbuch: Erfolgsautor Robert Harris) nach „Frantic“, „Mieter“ oder „Chinatown“ kommt erst einmal komisch daher: Pierce Brosnan als Ex-Premierminister Adam Lang ist mit seinen Blair-Anleihen eine klasse Nummer, dazwischen bemüht sich der Hausmeister im Sandsturm die Veranda zu fegen. Ernst wird es erst, als der Ghostwriter zu neugierig wird und trotz deutlicher Farbmarkierung (rot = Gefahr) nicht rafft, wer hier die Fäden in der Hand hat.

So ist auch dieser Polanski ein guter Film, stellenweise sogar ein sehr guter. Doch es ist nicht sein spannendster und auch nicht das Aufregendste, was es zurzeit im Kino zu sehen gibt.