13.4.09

Forbidden Kingdom


USA, VR China 2008 (The Forbidden Kingdom / Gong Fu Zhi Wang) Regie: Rob Minkoff mit Jackie Chan, Jet Li, Michael Angarano, Liu Yifei, Collin Chou 104 Min.

Ist Jason nur ein „weißer Junge“, der Kung Fu lernen will, um die Mädchen zu beeindrucken? Die Frage stellt ein alter chinesischer Händler (Jackie Chan) dem amerikanischen Jungen. Viel steckt scheinbar nicht in ihn, denn ohne große Skrupel hilft Jason kurz darauf einer Gang, den alten Chinesen zu überfallen. Dieser wird erschossen und auch Jason blickt in die Mündung der Pistole. Um - ohne große Erklärungen - in China aufzuwachen. Mitgenommen bei diesem seltsamen Sprung durch mehrere Dimensionen hat der Kung Fu-Fan einen goldenen Stab, der im Zentrum des asiatischen Filmmärchens steht. Dereinst war der Affenkönig (Jet Li) mit dem Stab unbesiegbar, bis der heimtückische Jadekriegsherr ihn reinlegte. Nun ist der unsterbliche Affenkönig versteinert und der Stab schwirrt durch die Weltgeschichte. Jason soll ihn zurück bringen, begleitet vom Komödianten und Krieger Drunken Fist (Jackie Chan), einem schweigenden Mönch (wieder Jet Li) und der schönen Kämpferin „Goldener Sperling aus dem Süden“ (Liu Yifei), die von sich und ihrem Leid nur in dritter Person reden kann. Als böse Gegenposition tritt eine ebenso junge Hexe mit weißen Haaren auf. Bald wird wild gefochten und geflogen - Zickenkrieg nicht nur für US-Teenager.

Wie Jason in China landet und nach ein paar Minuten Chinesisch versteht, hat was von der Simplizität, die Disney-Spielfilmen seit Jahrzehnten anhaftet. „Forbidden Kingdom“ erzählt eine kleine Geschichte, die auf bewährte Elemente vertraut. Dadurch wirkt alles trotz heftigem Computer-Einsatz recht altbacken. Überraschendes wird hier zu keiner Zeit geboten. Die liebvollen Verweise von den Bruce Lee-Postern bis zu Hong Kung Fui erweisen dem Kungfu-Film und seiner Legende Bruce Lee die Ehre. Als Nachfolger treten Hong Kong-Hero Jet Li und Action-Clown Jackie Chan auf und zu. Ein Film mit zwei Superstars müsste eigentlich eine Goldgrube sein, wenn man zwei unterschiedliche Zielgruppen einfach zusammenwerfen könnte. Doch diese US-Produktion mit reichlich asiatischen Zutaten verlässt sich auf Slapstick-Kung Fu für den internationalen Markt. Es gibt haufenweise Effekte, einfache Tricks, die das richtige Hong Kong-Kino längst überflügelt hat. Das ist zwar (von chinesischen Spezialisten) immer noch schnell, immer noch raffiniert choreographiert, in den Kampf-Sequenzen aber auch immer eher albern. Die Bilder wurden sorgfältig von einem asiatischen Kameramann aufgenommen. Die Geschichte entstammt einer Hollywood-Routine. Die Musik klingt schon mal nach Western wenn die Truppe beritten aus dem Bordell in den Bambus-Wald springt. So bleibt eigentlich die Langeweile am stärksten in Erinnerung, die zugreift, wenn Jason in der Ausbildungsroutine steckt, die mühsam die lange, vor alle für die Zuschauer beschwerliche Reise zum Finale füllen soll.