6.9.20

Love Sarah


Großbritannien, BRD 2020 Regie: Eliza Schroeder, mit Celia Imrie, Shannon Tarbet, Shelley Conn, Rupert Penry-Jones, Bill Paterson 98 Min. 

Es dauert und trauert eine lange Weile, bis die Personen dieses kläglich zusammensackenden Film-Soufflees aufgestellt sind: Die Mutter, die Tochter, die Freundin und der Ex der verstorbenen Sarah. Verstorben gerade als der Mietvertrag für einen heruntergekommen Landen unterzeichnet wurde, den sich Freundinnen Isabella und Sarah als nett dekorierte Bäckerei in Notting Hill vorgestellt hatten Und dann dauert es wieder, bis Schwierigkeiten überwunden, bis der Laden eingerichtet ist und die vier anfangen, die verschiedenen Beziehungen aufzuarbeiten. Erst als sie das Multi-Kulti Konzept „Rund um die Welt in 80 Backwaren" entwerfen, fängt der Laden an zu laufen. Der Film hingegen nie.

Portugiesische Pasteis de Nata, orientalischer Baklava, Zimtschnecken aus dem Norden, was aus Tansania und ein japanischer Matcha Mille Crepe Cake. Anderer Süßkram von Spitzenkoch Yotam Ottolenghi kreiert, mit Hochglanz-Küchen-Fotografie ins Bild gebracht, sogar die Häuser im Viertel sehen bunt wie Zuckerguss aus. Der Film fühlt sich derweil weiter an, als wenn er in der Exposition feststeckt. Clarissa (Shannon Tarbet) bricht ihre Tanzausbildung ab und versöhnt sich mit Oma Mimi (Celia Imrie), die einst Sarah eine kalte Schulter zeigte. Isabella (Shelley Conn) stellt den Schwerenöter Matthew (Rupert Penry-Jones) als Konditor ein und wird reichlich an Selbstbewusstsein gewinnen. Das Ganze läuft, obwohl recht gut gespielt, so aufregend wie eine Bastel-Anleitung von IKEA ab. Nur dass da beim Zusammenbau mehr Überraschungen drin sind. „Love Sarah" wird als Tragikomödie verkauft, ist tragisch aber nur als Gesamtergebnis und komisch viel zu selten.