23.10.20

Yakari


BRD, Frankreich, Belgien 2020 Regie: Toby Genkel, Xavier Giacometti 82 Min. FSK ab 0

Eigentlich ist Yakari ein französisch-sprachiger Schweizer - der bekannte „Indianer"-Comic aus den 70er Jahren entstand in der Romandie, Texter war André Jobin (Job), der Zeichner Claude de Ribaupierre (Derib). Der Restart von „Yakari" nach den TV-Serien nun im Kino übernimmt die Qualitäten der frühen Öko-Geschichte für Kinder und modernisiert im Stil nur vorsichtig.

Die Geschichte von „Yakari" ist eine bekannte und bleibt auch nach Jahrzehnten eine Gute: Der kleine, neugierige Sioux-Junge freundet sich respektvoll mit dem wilden Pony Kleiner Donner an, bevor sie gemeinsam Abenteuer erleben. Das lebendige und quirlige Spektrum der Tierwelten rund um die Rocky Mountains wird ergänzt durch fantastische Elemente wie die magischen Tagträume Yakaris mit seinem Totem Großer Adler, der ihm die Gabe verleiht, mit Tieren zu reden. Dieses tatsächliche „Verständnis für die Natur" bringt anfangs Schwierigkeiten und Spaß. Wenn der Chor der Schmetterlinge unverständlich bleibt und die Tauben verschreckt wegfliegen. Für Lacher sorgen übrigens auch sein Hund Knickohr als Sidekick, die lustigen Biber und die Schnarchnase Müder Krieger als Running Gag.

Es gab TV-Serien mit „Yakiri" in den 80ern (eine Staffel) und von 2005 bis 2013. Die Animation des Kinofilms versucht den Comic-Zeichnungen und den älteren Animationen etwas 3D-Tiefe zu geben. Trotz der einfachen Animationstechnik gibt es fantastische Szenen, die sich vom handwerklichen Einerlei vieler Kinderfilme abheben.

Ohne dass dem Pinselstrich „kulturelle Aneignung" vorgeworfen wird, und ohne dass traditionelle Kleidung der nord-amerikanischen Ureinwohner als stereotypes Klischee verboten ist, macht „Yakari" kurzweilig Spaß und vermittelt moderne Werte: Ganz aktuell wirkt die drohende Naturkatastrophe eines Wirbelsturms. Für Kinder noch nicht abgegriffen ist der Spruch von Großer Adler: „Ein jeder, der in Frieden zu leben weiß mit allen Lebewesen und Respekt vor ihnen zeigt, ist mutig." Vor allem bringt Kleiner Donner Yakari bei, dass Pferde nicht zum Bereiten durch Menschen da sind. Oder höchstens, wenn man vorher fragt…