16.1.12

Die Muppets

USA 2011 (The Muppets) Regie: James Bobin mit Jason Segel, Amy Adams, Chris Cooper 109 Min. FSK o.A.

Noch ein Muppets-Film? Ja, aber was für einer! Im Film ist die Truppe um den hektischen Frosch Kermit fast der Vergessenheit anheim gefallen, ihr altes Studio verstaubt und verwaist. Immerhin vergingen 13 Jahre, seit „Muppets aus dem All" ins Kino kam. Eine klägliche Hollywood-Studiotour entsetzt fünf verlorene Gestalten nicht nur wegen des Zustandes vom Ort, der über 600 Muppets-Shows beherbergte. Der kleine Walter belauscht auch noch, dass der fiese Industrielle Tex Richman (Chris Cooper) die Studios aufkaufen, abreißen und unter ihnen Öl finden will. Jetzt muss der scheue Fan die verstreute Muppets-Truppe zusammentrommeln und mit einer neuen Show 10 Mio. Dollar sammeln. Allein dies ein wahnsinniges Unterfangen, zudem ist Walter auch nur eine kleine Puppe.

Aber er wuchs - gemäß dieser sehr vergnüglichen Mischung aus Puppen- und Real-Film - mit seinem größeren Bruder Gary auf, der ganz real von Ko-Autor Jason Segel („How I Met Your Mother") gespielt wird. Zusammen mit dessen Verlobter Mary (Amy Adams) ergibt sich ein munteres Trio von Muppets-Fans, dass die unvergessenen Stars von Gestern zu einen weiteren großartigen Show der meist kleinen Puppen bewegt.

„Die Muppets" spannen den Bogen von aufwändigen Musical-Nummern im Stil der 50er Jahre auf den Straßen von Smalltown (dt: Kleinstadt) bis zum höhnischen Rap des herrlichen Schurken Tex Richman, exzellent von Chris Cooper aufs Parkett gelegt. Menschlicher Gaststar ist der Komiker Jack Black - wider Willen. Eigentlich war er nur ein Beifang des lustigen Aufsammelns verstreuter Muppets: Kermit hing in seiner Villa rum, wo nun verstaubte Erinnerungsbilder wieder ins Leben zurückkommen. Fozzie-Bär spielte sehr schlecht in der Tribute Band „The Moopets". Gonzo war ganz groß im Wasserhahn-Geschäft (Gonzo - Hahn - Hühner! Haah! Haha!!!). Miss Piggy terrorisierte als Schweinefleisch gewordene Teufelin in Paris die Vogue-Redaktion. Und das Tier versuchte bei einer Aggressions-Therapie von seiner Trommel loszukommen, hier war auch Jack Black mit im Team.

„Die Muppets" landen einen Volltreffer, nicht nur für Fans. Zuerst ist Neuzugang Walter umwerfend komisch, dann wird die Erzählung immer wieder von sehr witzigen Wendungen und Kommentaren unterbrochen. Das könnte man glatt postmodern nennen - auf Muppets-Niveau: Als sie endlich alle wieder zusammen gefunden haben, dürfen die sich beschweren, die dabei zu wenig Szenen hatten. Im psychologischen Auge des Komik-Sturms muss sich Walter entscheiden, ob er Muppet oder Mensch ist. Das geriet in einem sentimentalen Song nicht nur zum Schreien komisch-ernst, das wird mit einer zweifachen Doppelung sogar abgedrehte Filmkunst im Stile von „Synecdoche, New York". Doch zum Abschluss einer kompletten Muppets-Show mit den üblichen Pannen, tollen Songs und vielen prominenten Gästen ist alles wieder wie früher.

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