13.9.11

Columbiana

Frankreich, USA 2011 (Colombiana) Regie: Olivier Megaton mit Zoe Saldana, Jordi, Cliff Curtis, Lennie James 107 Min. FSK ab 12

Eine seltsame Blume des Bösen wuchert in dunklen Kinonischen: Mit dem fauligem Gestank überkommener Racheprinzipien bringt Produzent Luc Besson wieder einem kleinen Mädchen das Morden bei. Nach Mathilda in „Léon" und „Nikita" wird nun die nach einer Orchidee benannte Cataleya zur regional anders eingefärbten Killer-Maschine. In Kolumbien wurden ihre Eltern umgebracht - Gangster mit mehr Waffen als Besteck in der Küche. Während die geliebten Erzeuger im Kugelhagel sterben, flieht das Mädchen recht einfach mal durch das Fenster und legt dabei Fähigkeiten eines Stuntman an den Tag. Kaum mit wichtigen Ganoven-Daten von der CIA in die USA transportiert, verschwindet sie auch aus den Griff der US-Behörden, gelangt nach Chicago zu ihrem Onkel, auch ein brutaler Verbrecher. Hier kann Cataleya endlich zu rührseligen Latino-Klampfenklängen ihre Tränen loslassen. Bevor sie vermeintliche coole Sätze wie „Ich will Killer werden" sagt, die nur lustig sind, wenn man jede Hoffnung auf Menschlichkeit aufgibt. 15 Jahre später hat sie 22 Menschen ermordet und ihnen vorher eine Orchidee auf den Bauch gezeichnet. Es braucht noch eine lange, langweile Weile, bis die völlig ahnungslose Polizei versteht, dass dies eine Mitteilung sein soll, und die Zeichnung veröffentlicht. Nun kann der Film mit noch 30 Minuten Laufzeit das Finale starten: FBI und Gangster jagen Cataleya, die am liebsten in Unterhemd und knappem Höschen herumballert, sodass die schweren Waffen glatt mehr verdecken.

„Columbiana" wurde ziemlich dreist auf den Effekt montiert: Erst eine deftige Action-Einlage, dann in der nächsten Sekunde ein wehmütiger Blick über die Riesenstadt Bogota mit entsprechend süßlicher Musik. Dabei gerät die Handlung immer wieder grob unglaubwürdig. Cataleyas Vater weiß, dass er bedroht ist und muss dann erst noch Koffer packen. Wichtiger ist, dass die Jungs aus dem Zielpublikum Hauptdarstellerin Zoe Saldana im hautengen Anzug anglotzen können, den Rest von Wahrscheinlichkeit bügelt laute Musik aus.

Wirklich ärgerlich ist allerdings die bedenkenlose Gewalt. Bei „Léon" war die Deformierung von Persönlichkeit, die für das Morden nötig ist, noch Thema - hier braucht es nur einen Schnitt und schon ist es passiert, als wenn Töten so einfach wäre. Ganz am Ende ist dann etwas besser und schmerzhafter als der ganze Rachekram: Johnny Cashs „Hurt" läuft über dem Abspann! So war das also gemeint!

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