11.12.21

Coppelia


Belgien, Deutschland, Niederlande 2021 Regie: Steven de Beul, Ben Tesseur, Jeff Tudor, mit Michaela DePrince, Daniel Camargo, Vito Mazzeo, 82 Min., FSK: ab 0

Klassisches Ballett - „Coppélia" von Léo Delibes aus 1870 – in einem wunderschönen Rahmen aus gezeichnetem Hintergrund und bekannten TänzerInnen. „Coppelia" ist ein besonderes Kinovergnügen mit einer modernen Interpretation gegen Schönheitswahn und -operationen.

Die fröhliche Swan (Michaela DePrince) betreibt auf dem Marktplatz der Kleinstadt ihre Saftbar und ist in den Fahrrad-Mechaniker Franz (Daniel Camargo) verliebt. Doch das Glück der kleinen Gemeinschaft, ausgedrückt in luftigen Pirouetten, wird vom dämonischen Doktor Coppelius (Vito Mazzeo) bedroht, der mitten auf dem Platz den Turm seiner Schönheitsklinik baut. Mit seiner (gezeichneten) Muse Coppelia und einem halluzinogenen Parfüm lockt er Menschen wie Franz und Swans Mutter zur Behandlung. Darin bekommen sie ihr Traumbild vorgetäuscht, tatsächlich raubt Coppelius ihnen menschlich Essentielles wie Kraft, Intelligenz oder Herzenswärme für sein Kunstwesen Coppelia, die Hoffmannsche Holzpuppe Ophelia. Swan muss Franz und ihre Freunde im dramatischen Finale aus dem dunklen Turm retten.

Michaela DePrince, Daniel Camargo und Vito Mazzeo sind die Ballett-Stars, die zusammen mit dem Niederländischen Nationalballett real vor animierten Hintergründen tanzen. Zeichnungen im Kinderbuch-Stil mit bunt schiefen Fenstern und Türen passen zu fröhlichen Kostümen, wenn Swan durch den Tag tänzelt. Klassisches Ballett mit ein paar Vorstellungs-Sprüngen und Pirouetten für jede Figur. Die Geschichte der Erzählung „Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann wandelte sich vom Thema der optischen Apparate und Täuschungen zum Modernen eines unmenschlichen Schönheits-Drucks. So eindrucksvoll die Bilder dabei sind, ergibt die zum Ende hin spannende Handlung doch meist tänzerisches Kleinklein.