1.4.07

Fantastic Movie


USA 2007 (Epic Movie) Regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer, Adam Campbell, Jennifer Coolidge, Jayma Mays, Faune A. Chambers 86 Min. FSK: o.A.
 
Film-Sammelparodien wie "Scary Movie" oder jetzt "Epic Movie" sind dankbare Filme für den Kritiker, er braucht nur die Titel der veralberten Kinoshits aufzuzählen, schon sind die Zeilen voll. Doch wenn die Filmemacher ähnlich gearbeitet haben, um ihre 90 Minuten voll zu bekommen, wird es übel.
 
Der Auftakt gewinnt schnell unsere Sympathien, weil er sich über Tom Hanks und den "DaVinci Code" hermacht. Da hängt der ölige Tom direkt neben der Mona Lisa und der Snack-Automat hält die Lösung parat. Schwuppdiwupp geht es zum nächsten Film, mit dem Schokoriegel zieht man Willi Wonka durch den Kakao. Und erstaunlich ist die Ähnlichkeit dabei. Nicht nur der Szenenbauten und -verläufe. Nein, auch die Schauspieler sehen Johnny Depp, Tom Hanks, Samuel L. Jackson und anderen auf den ersten Blick richtig ähnlich. Das scheint originell, langweilt aber wie alles andere recht bald.
 
Zurück zur Handlung, die nur Vorwand für eine sinnfreie Folge von Scherzchen bietet: Vier Waisen finden ein Gewinner-Ticket der Schokoladenfabrik Willy Wonkas, um zu einer lustigen Hiphop-Melodie selber in den Süßigkeiten verarbeitet zu werden. Aber direkt danach geht es durch den Kleiderschrank nach Gnarnia. (Das "G" wurde aus Copyright-Gründen eingefügt.) Die Ansammlung hassenswerter Filme unterbricht eine Hausbegehung im MTV-Stil. Dann greifen auch die "X-Men" ein: Edward ist ein Mutant, der sich bei Gefahr in ein Huhn verwandelt. Wobei das englische "chicken" hauptsächlich Feigling bedeutet. Harry Potter darf als Rentner kiffen, der Karibik-Piraten-Captain Jack Swallows, selbst viel bessere Karikatur, lallt sich durch den Kampf gegen die Weiße Königin. Jack Black serviert als mexikanischer Koch Nacho Libre überfahrene Katzen - das macht dann gar keinen Sinn und auch keinen Spaß mehr.
 
Die guten Zucker-Parodien wie "Airport" oder "Loaded Gun" haben früher immer noch das Filmemachen selbst reflektiert, wenn etwa die subjektive Kamera gegen eine Fensterscheibe lief oder das Off-Orchester ins Bild kam. Jetzt rückt man die Action-Doubles ins Bild, die überhaupt keine Ähnlichkeit mit den geschonten Schauspielern haben. Haha! Und macht es nochmal. Dann noch einmal. Jetzt schon fünf Minuten lang ...