27.7.10

Jungs bleiben Jungs


Frankreich 2009 (Les Beaux Gosses) Regie: Riad Sattouf mit Vincent Lacoste, Anthony Sonigo, Alice Trémolière 90 Min.

Jungs bleiben Jungs. Wirklich? Dann könnte man ja einen alten Film über die alten Themen - Erster Kuss, erste Liebe, peinliche Pubertät und noch peinlichere Pickel - zeigen und es bliebe so wie immer. Wieso hat man denn bei „Jungs bleiben Jungs“ das Gefühl, alles ist wie immer, aber vor allem ziemlich verstaubt? Wieso sucht man so verzweifelt nach Jahresangaben und ähnlichen zeitlichen Orientierungen (man hat viel Zeit zum Suchen bei diesem Film) und ist erstaunt, dass da 2008 steht. „Jungs bleiben Jungs“ ist vor kurzem gedreht, aber erscheint gar nicht wie von heute.

Hervé (Vincent Lacoste) sucht als Vierzehnjähriger verzweifelt an Mädchen ranzukommen, muss aber vorerst mit einem alten Versandkatalog Vorlieb nehmen. Der sei besonders, weil da die Dessous-Fotos noch nicht digital retouchiert sind, meint sein Kumpel Camel (Anthony Sonigo), der die Klischee-Rolle des lustige Immigranten-Kindes übernimmt. Ausgerechnet die beliebte und attraktive Aurore (Alice Trémolière) will etwas von Hervé, was der kaum glauben kann und sich deshalb noch peinlicher und dümmer verhält. Das kennt man ebenso wie die Ekeleinlagen  a la „American Pie“. Allerdings wirkt das Verhalten kindisch, nicht pubertär. Irgendwie von gestern wie die Kataloge mit der nicht retuschierten Damenunterwäsche. Für so ein nichtiges Filmchen wirken erstaunlich viele bekannte erwachsene Darsteller mit - die übrigens alle viel spannendere, weil schrägere und kantigere Rollen als die Jugendlichen haben.

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