16.2.17

Berlinale 2017 Return to Montauk (Wettbewerb)

Schlöndorffs Altherren Sentimentalität

Berlin. Als dritte hauptsächlich deutsche Produktion im Wettbewerb der 67. Berlinale war mit Volker Schlöndorffs „Return to Montauk" noch ein kreatives Remake bei der Goldene Bären-Jagd dabei: Wie bei „Trainspotting" wird ein bekannter Stoff, diesmal von Max Frisch, auf einer anderen Ebene weitergeführt. Stellan Skarsgård und Nina Hoss sind die Stars dieser Alters-Romanze.

Beim Stichwort Montauk muss man an Max Frischs gleichnamige Erzählung aus 1975 denken und an Schlöndorffs Frisch-Verfilmung „Homo Faber" aus 1991. Zwar taucht der international sehr angesehene deutsche Regisseur Volker Schlöndorff („Die Blechtrommel") wieder in das Universum seines Freundes Max Frisch ein. Zu Lebzeiten des Schweizer Dichters verwarfen beide allerdings eine Verfilmung der „zu autobiografischen" Geschichte eines Wiedersehens des älteren und verheirateten Dichters mit der Geliebten von damals. Vorlage ist nun ein Original-Drehbuch, das Schlöndorff gemeinsam mit Colm Tóibín („Brooklyn") schrieb.

Der Schriftsteller Max Zorn (Stellan Skarsgård), Anfang 60, reist darin zu seiner Buchpremiere nach New York, wo ihn seine Frau Clara (Susanne Wolff) erwartet, die seit einer Weile in der Stadt lebt. Sein sehr persönlicher Roman handelt vom Scheitern einer großen Liebe. Schon bald trifft Max die Frau von damals wieder: Rebecca (Nina Hoss), in Deutschland geboren, lebt als erfolgreiche Anwältin in New York. Gemeinsam kehren sie für ein Winterwochenende nach Montauk zurück, das Küstenstädtchen, wo sie einst glücklich waren.

Volker Schlöndorff drehte zwar in New York oft ohne Drehgenehmigung wie ein junger Guerilla-Filmer. Doch das Ergebnis ist eine Senioren-Romanze von und für Kreative, die sich großartig und von ihren Frauen verlassen fühlen. Aber sonst nicht mehr viel vom Leben der anderen mitbekommen. „Return to Montauk" quälte den Wettbewerb als beschauliches, träges Kino von gestern. Die an sich exzellenten Schauspieler wirken wie unter Betäubungsmitteln wenn sie reihenweise leblose Sätze aufsagen. Alles erinnert an Linklaters „Before Sunset" in Paris, nur der ist ein bis zwei Generationen jünger, verspielter und weniger offensichtlich. Wie Schlöndorffs Hauptfigur Max Zorn ist auch dieser Film gefangen in der Vergangenheit, in seiner Fixierung auf die eine Liebe nur öde. Damit zeigten sich die drei deutschen Starter im Wettbewerb bis auf „Beuys", der als einzige Dokumentation ganz aus der Reihe fällt, komplett deplatziert und enttäuschend. Chancen für Preise gibt ihnen keiner.

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