24.7.07

Transformers


USA 2007 (Transformers) Regie: Michael Bay mit Shia LaBeouf, Tyrese Gibson, Josh Duhamel 143 Min. FSK: ab 12
 
Man nehme ein Spielzeugauto, drehe etwas an seinen Teilen herum und aus einer Handvoll billigem Plastik mit ein paar blechernen Scharnieren entsteht ein millionenschwerer Spielfilm mit über zwei Stunden Lauflänge. Klingt unmöglich, wird aber sicher ein grandioser Erfolg. Denn das Konzept der Transformers, der kleinen Autos, die sich in große Roboter, Comics und Zeichentrickfilme verwandeln, ist weltweit so beliebt, dass es nicht eines Michael Bay ("Pearl Harbor", "Armageddon", "The Rock", "Bad Boys") bedurft hätte, um eine neue große Tüte Pop-Corn-Unterhaltung über die Kinos auszuschütten.
 
Der Kinderfilm "Transformers" hat wie seine inspirierenden Vehikel zwei Formen: Harmlos wie ein billiges Teenie-Filmchen kommt die Geschichte vom blassen Schüler Sam Witwicky (Shia LaBeouf) daher, der statt seines ersten Autos den außerirdischen Riesenroboter Bumblebee in Form einer schrottigen, gelben Angeberkiste ersteht. Was "Herbie 2" werden könnte, erzählt vom finalen Kampf zweier hoch entwickelter Zivilisationen aus fernen Galaxien, der sich ausgerechnet auf der Erde abspielt. Zu dem dabei massiv scheppernden Blech passt hervorragend die martialische Militärwerbung, die den Rest des Films trägt: Die erschütternde Landung der heftig in und um sich rotierenden Metall-Aliens dient der US-Armee wieder mal als Gelegenheit, loszuschlagen. Doch im Film weiß sie wenigstens, wer die guten Roboter sind, und sorgt beim Crash der Titanen für die notwendigen Knalleffekte.
 
Obwohl es trotz der Produktions-Millionen deutlich in den Gelenken zwischen diesen beiden filmischen Stimmungslagen knarrt und klemmt, gelangen die Verwandlungen der Transformers in Autos, Düsenjets, Citröen-Werbung oder Uhren-Radios atemberaubend, die Riesen-Roboter auch visuell gigantisch. Ihr dramaturgisches Potential blieb allerdings winzig und ermüdend, in der Schauspielabteilung zeigt nur John Turturro mehr als erschreckend flache Routine. Denn die Autoren und die Zauberer der digitalen Effekte verließen sich auf die Überzeugungskraft von "Größer, Lauter, Mehr". Das Ergebnis ist ein großer Haufen Action-Schrott. Ein eindrucksvoll großer Haufen. Dessen erschreckende Leere mitten in der finalen Zerstörungsorgie seltsame Gedanken aufkommen lässt: Hätten all die Tricktechniker mit ihrer Zeit nicht Sinnvolleres anfangen können? Blumen gießen, einem alten Menschen über die Straße helfen oder den Schreibtisch aufräumen?