20.1.16

Sound of Crisis - Maiden Monsters

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Zitat:
„Es geht nicht mehr um eine Europäische Idee. Wir führen diese Länder vor, das finde ich verantwortungslos!" (Tanja Krone)

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Berlin/Aachen. Wie klingt die Krise? Nicht in den Presse-Verlautbarungen der Finanzwelt, die an der selbst verursachten Krise gut verdient, sondern bei den betroffenen Menschen. In einer Komposition aus Konzert, vertonten Interviews und Reisetagebuch stellen die Künstlerinnen von „Maiden Monsters" am Donnerstag im Mörgens den „Sound of Crisis" vor, den Klang und die Stimmen der Krise.

Die Berliner Künstlerinnen von „Maiden Monsters" reisten 2013 nach Spanien, Portugal und Frankreich, 2014 nach Griechenland. Regisseurin und Sängerin Tanja Krone, die am Theater Aachen zuletzt „Zwei arme, polnisch sprechende Rumänen" von Dorota Maslowska inszenierte, erzählt im Interview von der Motivation der dreiköpfigen Konzept-Band „Maiden Monsters": Vor zwei Jahren sei die Finanzkrise das große Thema gewesen, mit einem großen Gefälle zu den Ländern, die „es nicht im Griff hatten". „Wir haben uns gefragt, wie sieht die Krise aus, und da wir Musikerinnen sind: Wie hört die sich an?"

Mit bunten Kostümen, zusammengesetzt aus allen möglichen Trachten, die es in Europa gibt, zogen die drei Frauen los, lernten Menschen kennen, deren Lebensumstände und haben Musiker gebeten, „uns Musik zu schenken, die Sie auf unseren Beat improvisierten". Die Quintessenz dessen ist nun in einer erweiterten Fassung zu erleben: Gesichter und Gegenden auf der Leinwand, dazu Musik-Fluss von Flamenco bis Fado. Und leidenschaftlich vorgebrachte Geschichten, etwa von der Spanierin, die mit Flamenco-Gesang einen Banker anklagt - live in dessen Bank! Oder von den Menschen in Galizien, deren Lebensunterhalt in Form von Kühen einigen EU-Verordnungen zum Opfer fielen.

„Maiden Monster", bestehend aus Tanja Krone, Wanja Saatkamp und Doris Kleemeyer, spielen keine traditionellen Protest-Songs im Stile von Baez oder dem Folk von Willie Nelson. Ihr „Sound of Silence" ist gelebte und erlebte Politik. Das musikalische Projekt entstand 2007 als „Behauptung einer Band" mit bewusst hartem Rock nur von Frauen. Der eigene Klang habe sich in den letzten 2-3 Jahren verändert, erzählt Tanja Krone, die gerade die Zwickau-Premiere einer Herrndorf-Inszenierung auf die Bühne gebracht hat. „Maiden Monsters" sind bei Theaterfestivals, auf Konzertbühnen oder auch in einer Museums-Installation (Stockholm) aktiv. Zum musikalischen Oeuvre gehören ein inoffizieller Song zur Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2011, aber auch Botschaften in kurzen „Wurfsendungen", deutscher Sprechgesang mit Polit-Poesie.


Infos:
maidenmonsters.wordpress.com/
Do, 21. Januar 2016, 20.00 Uhr
Mörgens

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