3.1.16

Legend

Großbritannien, Frankreich 2015 Regie: Brian Helgeland mit Tom Hardy, Emily Browning, Christopher Eccleston, David Thewlis 131 Min. FSK: ab 16

Eine doppelten Tom Hardy gibt es diese Woche nicht nur Dank seines Doppelstarts in „The Revenant" und „Legend". Im Drama um die legendären britischen Gangsterbrüder Kray ist er gleich zweifach zu sehen. Eine tolle Leistung und damit auch schon das Beste am neuen Film von Brian Helgeland („Sin Eater - Die Seele des Bösen", „Ritter aus Leidenschaft"), der einst einen Oscar für das Drehbuch zu „L.A. Confidential" erhielt.

In den Sechziger Jahren waren die Kray-Brüder in London berühmt und berüchtigt, wovon bereits Peters Medaks' „Die Krays" erzählten. Nun berichtet Frances Shea (Emily Browning), die Ehefrau des cleveren Ronald Kray (Tom Hardy). Ein Gangster aus den einfachen Verhältnissen des East End, der anständig reich werden will. Dessen eineiiger Zwillingsbruder Reggie (ebenfalls: Tom Hardy) ist hingegen ein unkontrollierbarer Psychopath. Er greift direkt zum Hammer, wenn es um Revierkämpfe geht, während Ronald nur die Schlagringe anzieht. Das alles erfährt die selbstbewusste Shea noch vor der Hochzeit, doch sie kann nicht verhindern, dass „die Arbeit" Ronald immer mehr einnimmt. Bis er wieder in den Knast muss. Nun fährt Reggie das erfolgreiche Familienunternehmen mit Vollgas gegen die Wand.

Es ist durchaus reizvoll, wie Ronald Kray seinem Gangstertum eine seriöse Fassade zu geben versucht. Der eigene Nacht-Club zieht mit Boxern und zwielichtigen Gestalten erfolgreich Prominenz an. Sogar die Mafia aus den USA schickt einen Botschafter (Chazz Palminteri) und bietet gemeinsame Geschäfte an. Dabei sorgt Psychopath Reggie mit seiner offenen Vorliebe für schöne Jungs erst mal nur für Lacher. Dass später ein paar höllisch schöne Loverboys im Familienbetrieb mitreden, bringt die Zwillinge auseinander. Gleichzeitig zerbricht die Ehe von Ronald und Frances.

Wie die Kray-Zwillinge jenseits der Moral ihre Familien-Bande ausbauen und zerstören, ist trotz ein paar passenden Songs der Zeit eher lahm erzählt. Da hilft auch nicht die super Besetzung mit Tom Hardy und Tom Hardy. Mal als Reggie näselnd nuschelnd, mal als Ronald auch sprachlich auf Distanz zum Milieu gehend. Die leichte Beute dieser großartigen Doppelrolle lässt sich der halb skalpierte Schurke aus „The Revenant", der neue „Mad Max", der einsame Vieltelefonierer aus „No Turning Back" nicht entgehen. Tom Hardy ist großartig. Dabei bewegt sich der nur wenig charismatisch wahnsinnige Reggie hinter seiner dicken Nase an der Grenze zum Lächerlichen. Das passt leider zu einem Film, der die andauernde Faszination für die realen Kray-Brüder nicht in einem richtig faszinierenden Film ausbeuten kann.

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