24.5.15

Lost River

USA 2014 Regie: Ryan Gosling mit Christina Hendricks, Iain De Caestecker, Saoirse Ronan, Matt Smith lost river95 Min. FSK: ab 16

Der kanadische Schauspieler Ryan Gosling entzweit die Filmwelt, was auch an seiner zweiteiligen Filmographie liegt: Als Lehrer in „Half Nelson" (2006) und Sonderling Lars bei „Lars und die Frauen" (2007) machte er auf sich aufmerksam. Um dann immer zurückgenommener in Gewaltfilmen wie „Drive", „Only God Forgives", „Gangster Squad" oder „The Place Beyond the Pines" ein Klischee seiner selbst zu werden. Nun legt er seine erste Regie hin - eine grandiose Pleite, ein filmhistorische bemerkenswerter Witz, wenn er nicht in seinem Epigonentum so grausam überzogen wäre. Dann lieber noch einen Film mit Gosling als Schauspieler ertragen...

Das Debüt des überschätzten Schauspielers Ryan Gosling („Drive") fährt wie all diese jungen, wilden Debüts viel Bild-Gewalt auf. Richtige Gewalt kommt auch nicht zu kurz, aber das verwundert bei der Rollenwahl des regissierenden Schauspielers nicht sehr: In der verfallenen Stadt Lost River lebt Billy (Christina Hendricks) mit ihren beiden Söhnen. Bones (Iain de Caestecker), der ältere, klaut in den Ruinen Metall und wird von der gewalttätigen Gang des üblen Bully (Matt Smith) gejagt. Seine Mutter nimmt auf Vermittlung des Bankers einen Job im zwielichtigen Nachtclub an, um das Haus behalten zu können. Dabei trifft sie auf die geheimnisvolle Cat (Eva Mendes). Der bemühte Sohn, der den kleinen Bruder so lieb vor den Monstern schützen will, sieht dabei aus wie Gosling als Teenager. Und der Film sieht aus, wie eine studentische Kopie von „Blue Velvet". Da wird die Handlung wild mit Symbolen aufgemischt, als man sich für ein Praktikum bei David Lynch bewirbt. Das Personal der aussterbenden Stadt wäre selbst für einen Groschenroman zu platt. Gosling wärmt ein Gemenge von Lynch und Refn, Sex und Gewalt, mysteriös überhöht auf. Dazu eine dreiste Besetzung: Die Mutter, die ihren Körper verkaufen muss, wird von „Mad Men"-Gallionsfigur Christina Hendricks vor allem, ja: verkörpert. Die Landschaft verfallener Häuser bleibt dabei das einzig interessante. Viel gewollt, wenig gekonnt. Schuster bleib bei deinen mäßigen Schauspiel-Leistungen.

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