12.2.15

Berlinale 2015 Elser (Wettbewerb außer Konkurrenz)

Oliver Hirschbirgel, der TV-Regisseur, der sich schon mit dem unsäglichen „Der Untergang" als GröHiVer (Größter Hitler Verhunzer) schuldig gemacht hat, nimmt sich nun im Hauptprogramm der Berlinale Georg Elser vor. Den Attentäter, dem nur 13 Minuten fehlten, um Hitler zu ermorden und die Weltgeschichte zu ändern. „Elser" ist vor allem ein Film von Ko-Autor Fred Breinersdorf, von dem auch der (Berlinale-) Erfolg aus 2005 „Sophie Scholl - Die letzten Tage" stammte. (Dessen Regisseur Marc Rothemund verschwand damals auf wieder in der Belanglosigkeit flacher Beziehungskomödien.) Nun also noch so eine Geschichte vom deutschen Widerstand, der faktisch seltener auftrat als er auf der Leinwand zu sehen ist. Georg Elser wird in den interessanteren Strecken der, exakt wie „Sophie Scholl", aus der Haft rückerinnernden Erzählung als kluger Freigeist geschildert, der sich trotz klarer Sicht auf die Entwicklungen nach der Wahl 1933 auch nicht den Kommunisten anschließt. Das jemand ganz alleine denkt und handelt können die üblichen Nazi-Schergen nicht verstehen, was zu intensiver Folter führt. Als „Sophie Scholl 2" könnte man dieses Stück Gutdeutschentum außerhalb des Wettbewerbs bezeichnen. Die obligatorische deutsche Vergangenheits-Ausleuchtung, die in dieser Form mehr lästige Bewältigung als dringend notwendige Vermittlung darstellt.

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