7.4.26

De magie van de Amstel Gold Race - Leo's laatste ronde

30 Jahre Koersdirektor Leo van Vliet  (Tom Dumoulin übernimmt von Leo van Vliet) Am 10. Mai 2026 feiert die Sport-Dokumentation „De magie van de Amstel Gold Race – Leo’s laatste ronde“ im Heerlener Royal-Kino im Rahmen des „Dutch Mountain Fiets Film Festival“ (DMFFF) Premiere. Der Film zeichnet ein nahes, durchweg sympathisches Porträt von Leo van Vliet, der das einzige niederländische WorldTour‑Eintagesrennen drei Jahrzehnte lang geprägt hat. Von 1996 bis 2026 war er Koersdirektor – eine Ära, die der Film mit großer Zuneigung, aber ohne kritische Schärfe nacherzählt. Er begleitet van Vliet auf seinen letzten Wegen rund um den Cauberg und durch Limburgs Radsportlandschaft. Die Dokumentation blättert durch van Vliets Geschichte wie durch ein persönliches Album. Sie besucht „seinen“ Platz im Ferienhauspark auf dem Cauberg, zeigt ihn im Gespräch mit Wegbegleitern und lässt ihn durch die Orte wandern, die sein Berufsleben bestimmt haben. Für den Autor dieser Zeilen verbindet sich die Dokumentation mit einer eigenen Erinnerung: Bei einem Event von „Limburg Crossboarder Cycling“ saß er selbst neben van Vliet, der damals sichtbar mit der Entscheidung rang, das Ziel erneut zu verlegen. Die Verschiebung vom Cauberg nach Vilt erwies sich später als kluger Schritt, weil das Rennen dadurch an Attraktivität gewann und die Entscheidung nicht mehr bis zum allerletzten Meter hinausgezögert wurde. Solche Momente der Weitsicht tauchen im Film immer wieder auf, ohne dass sie laut betont würden. Auch van Vliets eigene Karriere als Fahrer wird liebevoll nachgezeichnet. Er erscheint als Teamplayer im legendären TI‑Raleigh‑Rennstall von Peter Post, an der Seite von Jan Raas und Gerrie Knetemann, mit einer Mischung aus Respekt und Furcht vor dem Mannschaftszeitfahren mit diesen dominanten Figuren. Seine beste Platzierung im Amstel Gold Race war ein achter Platz – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Raas das Rennen in jener Zeit mit fünf Siegen in das „Amstel Gold Raas“ verwandelte. Ein großer Reiz des Films liegt in der Einbettung in die regionale Radsportkultur. Rund um den gefürchteten Cauberg und das „berühmteste Dorf der Rad-Welt“ Valkenburg entsteht ein atmosphärisches Bild, das zeigt, wie sehr dieses Rennen Teil der Identität Limburgs geworden ist. Van Vliet erscheint als Organisator ohne Starallüren, der überall freundlich begrüßt wird und offensichtlich bis heute ein Teamplayer geblieben ist. Der Film zeigt ihn bei tausend kleinen Aufgaben: bei einem Spaß-Zeitfahren am Cauberg, beim Entfernen von Verkehrs-Mobiliar von der Strecke, bei organisatorischen Details, die sonst niemand wahrnimmt. Gleichzeitig erinnert er an existenzielle Herausforderungen wie die BSE‑Krise oder die Corona-Pandemie, die einschneidende Maßnahmen erforderten, um das Rennen überhaupt durchführen zu können. Auch die Tourenfahrer-Version mit ihren 15.000 Teilnehmenden findet ihren Platz und unterstreicht die enorme Breitenwirkung des Events. Begleitet wird van Vliet im letzten Jahr seiner Amtszeit von Regisseur Bernard Krikke, der in diesem Jahr voller Huldigungen und Begegnungen stets an seiner Seite ist. Ein Veteranentreffen des alten TI‑Raleigh‑Teams setzt einen weiteren warmen Akzent. Die Nachfolge ist bereits geregelt: Der populäre Giro‑Sieger Tom Dumoulin und Roy Packbier übernehmen künftig die Verantwortung – ein Übergang, den der Film ruhig und ohne Pathos markiert. Auffällig ist, dass die vom radaffinen Regionalsender L1 (Redaktion Jelle Kleinen) co-produzierte Dokumentation konsequent positiv bleibt. Kleine Misstöne – etwa der Windschatten, den der spätere Sieger Tadej Pogacar einst hinter dem Rennleiterwagen erhielt – werden nicht thematisiert. Auch emotional bleibt der Film eher sachlich, obwohl van Vliet selbst durchaus zu Tränen neigt. Die Regie entscheidet sich für Zurückhaltung, was einerseits sympathisch wirkt, andererseits aber verhindert, dass der Film größere Tiefe oder Reibung entwickelt. Spektakuläre Rennbilder sucht man vergeblich; stattdessen folgt die Kamera einem bodenständigen Menschen zu Fuß durch seine Welt. Am Ende bleibt eine nette, respektvolle Vorstellung eines der größten Sportereignisse der Region und seines unersetzlichen Organisators. Die Dokumentation ist kein kritisches Werk, sondern eine liebevolle Verabschiedung. Sie zeigt, warum so viele Menschen Leo van Vliet dankbar sind – und warum sein Abschied eine Zäsur darstellt. https://www.dmff.eu/films/de-magie-van-de-amstel-gold-race-leos-laatste-ronde/ De magie van de Amstel Gold Race - Leo's laatste ronde * Dutch Mountain Film Festival dmff.eu https://www.dmff.eu/events/dmff-fiets/ DMFF Fiets dmff.eu Disclaimer: Der Autor dieser Kritik wurde selbst bei einem Open‑Zeitfahren mit Profis am Cauberg Achter – hinter dem bekannten Aachener Bergfahrer Roger Uhle.