25.7.17

Sie nannten ihn Spencer

Österreich 2017 Regie: Karl-Martin Pold 122 Min. FSK: ab 0

Pünktlich zur Schwimm-WM würdigt diese kleine Doku einen der bekanntesten Schwimmer Italiens: Carlo Pedersoli, vor allem bekannt unter seinem Schauspiel-Pseudonym Bud Spencer! Die verspielte biografische Suche nach dem Leben des ewig unterschätzten und mittlerweile verstorbenen Trash-Stars (1929-2016) gefällt sich selbst zu sehr in der Kopie von Slang, Gestus und Dramaturgie der Bud Spencer und Terence Hill-Filme.

Marcus lebt inmitten seiner Devotionalien als leidenschaftlicher Bud Spencer-Fan. Er erzählt, wie er nach einem Genickbruch bettlägerig vor allem Bud Spencer und Terence Hill-Filme gesehen hat. Und dankt Pedersoli, dass er mittlerweile wieder gehen kann. Jorgo, der andere Held dieses Films, ist blind, was die Würdigung von Carlo Pedersoli auf eine Tonspur mit wahrscheinlich mäßig übersetzten Synchro-Texten reduziert.

Auf der Reise nach Italien gibt es am laufenden Kilometer krampfhaft komische Szenen, in denen die beiden kopierte Sprüche klopfen. Den Kommentar gibt die deutsche Stimme von Terence Hill, samt typisch flapsigem Tonfall. Untergemischt sind passende Ausschnitte aus den Filmen. Das weitere Leben von Carlo Pedersoli als Schriftsteller, elffacher italienischer Schwimmchampion, zweifacher Olympiateilnehmer, Wasserballeuropameister, Sänger, Komponist, Pilot, Flugunternehmer, Modedesigner, Fabrikant, Drehbuchautor, Produzent und nicht zuletzt Erfinder einer Art Einwegzahnbürste kommt so gut wie nicht vor. Dementsprechend treffen die Scherzkekse ihr Idol erst mal nicht - im Geiste des sympathischen Scheiterns ihrer Vorbilder. Untergemischt sind Interviews mit Zeitgenossen und Terence Hill selbst. Die Dokumentation geht begeistert dem Ausmaß dieses speziellen Fantums nach, ohne mal von außen auf das Phänomen zu blicken. Wenn ein Filmkritiker meint, die beiden wären das erfolgreichste Filmduo aller Zeiten, vergisst er neben Stan Laurel und Oliver Hardy. Bis zum letztendlich eher peinlichen als rührenden Treffen mit einem alten Mann und Verständigungs-Schwierigkeiten geriet die Doku selbstverliebt viel zu lang.

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