10.7.17

Paris kann warten

USA 2017 (Paris can wait ) Regie: Eleanor Coppola mit Diane Lane (Anne Lockwood), Arnaud Viard (Jacques Clément), Alec Baldwin 93 Min. FSK: ab 0

Die über 80-jährige Eleanor Coppola, Ehefrau von Regie- und Produzenten-Legende Francis Ford und Mutter von Regisseurin Sofia, realisierte mit „Paris kann warten" ihren ersten Spielfilm. Dass die Frau eines Filmproduzenten die Protagonistin ist, ruft autobiografische Assoziationen unweigerlich herbei. Bislang realisierte sie aus dem gleichen Blickwinkel die Dokumentation „Reise ins Herz der Finsternis" über den Dreh von „Apocalypse Now".

Nun zeigt Frau Coppola den Hollywood-Produzenten Michael Lockwood (Alec Baldwin) und seine Frau Anne (Diane Lane) auf vertrautem Terrain in den Suiten und Restaurants von Cannes. Er ein gestresster Mann, immer am Telefon, hat kein Ohr für ihre Ohrenschmerzen. Sie wird übersehen, funktioniert eher als Sekretärin. Dann fährt sie, statt zum nächsten Termin nach Budapest zu fliegen, mit dem französischen Geschäftspartner ihres Mannes nach Paris. Jacques (Arnaud Viard) verordnet wie selbstverständlich eine kulinarische Tour de France mit vielen Pausen und Ruhe. Er ist ein Genießer, Chaot und spaßiger Lebenskünstler, der selbst aus einer Autopanne ein Picknick macht.

Paris muss tatsächlich warten, wie erwartet gibt es dabei eine ganze Menge Klischees, bei denen nicht nur die Cézannes in der Provence fröhlicher sind, als die in New York. Selbst Blumen riechen hier besser als zuhause. Ebenso wie die Köstlichkeiten beeindrucken die ehemaligen Geliebten, die Jacques auf der Strecke trifft, die keineswegs frustrierte, sondern immer noch neugierige und lebensfrohe Anne. Vor purer Leichtigkeit und lauter Genuss kommt der Film zwar nirgendwo an - das aber überzeugend.

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