6.6.17

Whitney - Can I Be Me

USA, Großbritannien 2017 Regie: Nick Broomfield, Rudi Dolezal 90 Min. FSK: ab 6

Die Sängerin Whitney Houston (1963-2012) hatte mit ihren Pop-Liedchen eine eindrucksvolle Anzahl von Nummer 1-Hits, bevor sie nach einem Karriere-Einbruch 2012 mit 48 Jahren an den Folgen einer Überdosis in einem Hotelzimmer in Los Angeles stirbt. Diese Dokumentation, bei der Dokumentarfilmer Nick Broomfield („Kurt & Courtney") die Ko-Regie hatte, wird als nicht autorisiert angepriesen, weil der innere Familienkreis eine eigene Doku herausbringen will.

Anscheinend hat auch Whitney Houston nach Aussagen entfernter Wegbegleiter die Musikgeschichte für afroamerikanische Sängerinnen geändert, ohne sie soll Beyonce nicht möglich gewesen sein. Nicht ganz unbedeutende Vorgängerinnen wie Ella Fitzgerald oder Nina Simone werden dabei allerdings übersehen. Die chronologisch erzählte Lebensgeschichte greift ein wenig Zeitgeschichte über Houstons Aufwachsen im unsicheren Newark, New Jersey auf. Früh Gospelsängerin und ganz jung schon erstaunlich erfolgreich nimmt ihre Karriere rasch Fahrt auf. Ihr Entdecker Clive Davis und der Ex-Mann Bobby Brown tauchen nur in Archiv-Material auf. Irgendwann wird sie ausgebuht, weil ihr Pop „nicht schwarz genug" sei. Gerüchte über eine lesbische Beziehung zu ihrer langjährigen Freundin Robyn Crawford kommen auf. Noch ein Ereignis, das als Grund für die Drogensucht interpretiert wird.

Für Fans wird diese Doku aufgrund der bislang unveröffentlichten Backstage-Aufnahmen von Rudi Dolezal aus einer Europatournee auch ohne große Musiknummern sicher reizvoll sein. Ansonsten gibt es keine allgemein interessanten Themen. Und obwohl Whitney Huston immer im Focus des Films ist, kommt er ihr doch nicht wirklich nahe beim sammeln von Meinungen in zahlreichen Interviews. Eine tragische Geschichte, die nicht zu interessieren braucht.

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