23.5.17

Der Effekt des Wassers

Frankreich, Island 2015 (L'Effet aquatique) Regie: Sólveig Anspach mit Florence Loiret Caille, Samir Guesmi, Didda Jónsdóttir, Bouli Lanners 83 Min.

Der Kranführer Samir (Samir Guesmi) verliebt sich in die Schwimmlehrerin Agathe (Florence Loiret Caille), die er zufällig in einer Bar erlebt. Also schreibt er sich für ihre Schwimmstunden ein, obwohl er längst und gut schwimmen kann. Doch nachdem einige Hindernisse im kuriosen Badebetrieb mit nett seltsamen Gestalten überwunden sind, kommt ein erstes Date auf dem 5 Meter-Brett zustande, weil er aus Versehen eingeschlossen wird und sie nach Betriebsschluss noch schwimmt. Nach dem ersten Kuss ist dann ganz schnell Schluss, weil Samir eine Ertrinkende rettet und sich als guter Schwimmer verrät. Agathe reist beleidigt zu einem Bademeisterkongress nach Island ab, er folgt ihr und gibt sich als israelischer Gesandter aus. Nicht nur wegen seines als Notlüge erfundenen israelisch-palästinensischen Projekts „Together" wird er nun der begehrteste Mann des Kongresses. Die wenig subtile Begeisterung aller anderen bleibt bei Agathe nicht ohne Wirkung, bevor sie sich aussprechen können, verliert er jedoch nach einem Stromschlag das Gedächtnis.

Das könnte selbst für einen flotten Spaß zu viel sein, doch die 2015 verstorbene isländisch-französische Regisseurin Sólveig Anspach inszeniert die wunderbare kleine und liebenswerte Komödie mit der Leichtigkeit des Wassers. „Der Effekt des Wassers" wirkt witzig von der einzelnen Bildgestaltung bis zur isländischen Ämterteilung als Stadträtin oder Stadtrat im täglichen Wechsel der Geschlechter. (Als Paten für diese Art des Humors sieht man den ostbelgischen Schauspieler Bouli Lanners auf riesigen Plakaten der Konferenz.) Die sehr streng beachteten Hygiene-Regeln in den Schwimmbad-Duschen ergeben einen herrlichen Running Gag und die teilweise spröde Romantik gewinnt letztendlich alle Herzen.

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