21.3.17

Der Hund begraben

BRD 2016 Regie: Sebastian Stern mit Justus von Dohnányi, Juliane Köhler, Georg Friedrich 86 Min. FSK: ab 12

Der Familienvater Hans (Justus von Dohnányi) ist so blass wie seine von trostlosen Brauntönen umgebene Welt. Sowohl der gerade erst eingeführte Freund der 14-jährigen Tochter als auch der frisch zugelaufene Hund bekommen mehr Aufmerksamkeit. „Ich brauch dich nicht mehr!" bringt es die Tochter auf den Punkt. Dabei könnte Hans verkünden, dass er nach vielen Jahren entlassen wurde und sich von der Abfindung ein unsinniges und teures Auto gekauft hat. Doch Ehefrau Yvonne (Juliane Köhler) hat sich in das Tier verliebt, das Hans prompt mit dem Luxusschlitten überfährt. Ein merkwürdiger neuer Freund (Georg Friedrich) hilft auch nicht weiter sondern nistet sich ebenfalls in die Herzen der Familie ein.

Diese „American Beauty" in der deutschen Provinz breitet die Tristesse eines mittelalterlichen Mannes in fernsehmäßiger Langsamkeit aus. Hans wünscht sich im neu zu erlernenden Treibenlassen vor allem, dass man ihm endlich wieder mal zuhört. Das Probesitzen im Auto mit Pappfiguren einer glücklichen Familie ist mal ein netter Hohn. Schauspieler (und manchmal auch Regisseur) Justus von Dohnányi verkörpert die Grauheit des Lebens vortrefflich, herrlich in ihrer Zickigkeit ist Juliane Köhler („Zwei Leben"), Georg Friedrich, der wie in „Wilde Maus" den Begleiter des verlorenen Arbeitslosen gibt, hat wunderbar typische Auftritte. Bei dem guten Spiel erträgt man eine ganze Weile, dass die Parabel vom Biedermann, der alles als Gegeben ansieht und endlich mal ausbrechen sollte, eher schematisch daherkommt. Die Einsprengsel schwarzen Humors, die dem Film eine besondere Note geben, bleiben zu selten.

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