12.7.16

Unterwegs mit Jacqueline

Frankreich, Marokko 2016 (La Vache) Regie: Mohamed Hamidi mit Fatsah Bouyahmed, Lambert Wilson, Jamel Debbouze 92 Min. FSK: ab 0

Ziemlich ländlicher Humor. Oder: Tier macht Sachen. Das Kino der Franzosen scheint noch sehr an den traditionellen Landwirtschaftsschauen zu hängen. Letztlich konnte man das Untier Gerard Depardieu auf so einer bestaunen, in dem schön abstrusen „Saint Amour" von Benoît Delépine und Gustave Kervern. Nun will der einfache algerische Bauer Fatah (Fatsah Bouyahmed) unbedingt mit seiner geliebten Kuh Jacqueline zur Landwirtschaftsmesse von Paris. Unerwartet bekommt er eine offizielle Einladung, die Dorfgemeinschaft legt Geld zusammen und auf geht es mit dem Boot übers Mittelmeer nach Marseille und von dort zu Fuß quer durch Frankreich.

Der freundliche und leutselige Fatah lernt einen Querschnitt der französischen Gesellschaft kennen, vom verarmten Landadeligen Philippe (Lambert Wilson) bis zu seinem missmutig pöbelnden Schwager Hassan (Jamel Debbouze). Der naive Reisende hält ihnen mit seiner direkten und natürlichen Art unbewusst einen Spiegel vor ... könnte man die einfache Schelmen-Geschichte überinterpretieren.

Denn nach etwas Spannung und Hektik, weil Fatah zum Star im Internet wird und durch all die Aufregung die Messe zu verpassen droht, verläuft die nette Komödie ohne tiefere oder weitergehende Bedeutung. Ein schmissiger Soundtrack mit Fatahs arabisch-französisch-besoffener Version von „I will survive" sorgt für Stimmung, Hauptdarsteller Fatsah Bouyahmed für Sympathien. Am Ende gibt es einen Publikumspreis für die Kuh - darauf läuft es wohl auch mit dem Film hinaus.

Keine Kommentare: