2.5.16

La belle saison

Frankreich, Belgien 2015 Regie: Catherine Corsini mit Cécile de France, Izïa Higelin, Noémie Lvovsky 106 Min. FSK: ab 12

Die 23-jährige Delphine (Izïa Higelin) hat das Landleben auf dem Bauernhof ihrer Eltern satt. Sie zieht nach Paris, um ländlichen Moralvorstellungen zu entkommen, denn seit einer Weile weiß sie, dass sie nur etwas fühlt, wenn sie Frauen küsst. Im Paris der 70er-Jahre wird mit viel Begeisterung die Frauenbewegung inszeniert. Beim Sprengen der Veranstaltungen von Abtreibungsgegnern, bei den Aktionen für Gleichberechtigung lernt Delphine die extrovertierte Carole (Cécile de France) kennen, ist begeistert von ihr, sogar mehr als begeistert. Und dann schockiert, als sie erfährt, dass Carole mit einem Mann zusammen ist. Doch die Liebe bricht mit dem ersten Kuss aus und das Glück erstrahlt in warmen Farben im Hippie-Umfeld. Bis Delphine durch den Zusammenbruch des Vaters wieder auf dem Bauernhof und in einer extrem von Männern dominierten Welt landet. Carole kommt zwar nach, doch die forsche Jung-Bäuerin ist plötzlich in einer defensiven Haltung. Bei sich zu Hause will sie die neue Beziehung geheim halten, was für die lebenslustige Liebe aus Paris schwer erträglich ist.

Mit viel Leidenschaft und dem Licht des Sommers lässt sich diese schöne Liebesgeschichte genießen. Es werden eine Menge gesellschaftlicher Konfliktpunkte angerissen und es gibt eine ganze Reihe erotischer Szenen, auch wenn es nicht so heftig wird, wie in „Blau ist eine warme Farbe". Cécile de France („Der Junge mit dem Fahrrad") macht den Zeitgeist und die großen Gefühle glaubhaft. Toll auch, wie Noémie Lvovsky, die als Schauspielerin und Regisseurin meist rebellischere Positionen vertritt, die bitter konservative Mutter Delphines spielt. „La belle saison" von der erfahrenen Regisseurin Catherine Corsini (grandios: „Die Affäre", 2009) ist in Hauptfiguren sowie in den ländlichen als auch den Pariser Umgebungen vor allem „belle" - eher schön als vielschichtig. Doch die schwierige Liebesgeschichte erreicht sicher ihr Publikum.

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