3.11.15

El Club

Chile 2015 Regie: Pablo Larraín mit Roberto Farías, Antonia Zegers, Alfredo Castro, Alejandro Goic 98 Min.

In einem abgelegenes Haus an der stürmischen chilenischen Nordküste leben Padre Vidal, Padre Ortega, Padre Silva und Padre Ramírez unter Betreuung von Schwester Mónica. Es ein entspanntes Straflager, man könnte auch sagen, Ferienhäuschen am Meer für Päderasten, Kindesentführer und sonstige Verbrecher im Dienst der Kirche. Statt mit Gebet und Einkehr beschäftigen sie sich mit ihrem Windhund und lukrativen Wetten auf dessen Renn-Ergebnisse. Als ein weiterer Priester in diesem Schutzhaus der Kirche aufgenommen wird und darauf ein Mann vor dem Haus detailliert seine Vergewaltigung als Messdiener herausschreit, ist die Ruhe im Versteck vorbei. Pater García untersucht den Fall und will auch dieses Haus auflösen.

Eine melancholische Stille, ein sanftes Licht bestimmen das Leben in diesem Refugium, viel Köpfe zusammenstecken und Raunen. Dazwischen die förmlichen Interviews von Pater García mit den nicht ganz in kirchliche Ungnade gefallenen Priestern. So schockierend die Taten und die uneinsichtigen Haltungen der verbannten und versteckten Priester sind, der eindringliche Film schafft es trotzdem, das Entsetzen zu steigern. Ganz im Gegensatz zum hoffnungsvollen „No!" von Pablo Larraín erweist sich hier jede Revolution als weiteres, himmelschreiendes Unrecht. Pablo Larraín erhielt bei der Berlinale 2015 für „El Club" einen Silbernen Bär, den Großen Preis der Jury.

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