21.11.15

44. Filmtage Hückelhoven 2015

Das älteste Filmfestival der Region öffnet sich für Flüchtlinge

Das älteste Filmfestival der Region verschreibt sich neuerlich eine Verjüngungskur: Die 44. Ausgabe der „Belgisch-Niederländisch-Deutschen Filmtage Hückelhoven" findet am kommenden Wochenende (20.-22. November) in der Aula des Gymnasiums statt. Dabei erfährt das einzigartige Zusammentreffen von Schulklassen aus dem Dreiländer-Eck mit den besten Filmen aus ihren Ländern, diese fröhlich gelebte Völkerverständigung in einer Atmosphäre zwischen Filmfestival und Schullandheim, eine konsequente Erweiterung. Der Blick geht von der Region in die Welt hinaus.

Laut der jahrzehntelangen Mitveranstalterin Gisela Münzenberg wurden die Filmtage Hückelhoven aus dem Ansinnen heraus ins Leben gerufen, mit Hilfe des Mediums Film den euregionalen Gedanken bei jungen Menschen aus der Region zu fördern. Doch nach den Schengen-Verträgen seien diese Grenzen sehr verschwommen, der euregionale Gedanke sei bei den Jugendlichen ohnehin gefestigt. In der Zukunft sollen deshalb „über den Film unterschiedliche Schwerpunkte erfasst werden". Einher geht eine Abkehr vom streng paritätischen Programm, bei dem immer jeweils drei Filme von den jeweiligen Ländern gespielt werden, hin zu einer freieren Struktur.

So ist in diesem Jahr geplant, anhand von Dokumentationen über das Leben von Flüchtlingskindern im Gespräch mit deren Regisseuren und Darstellern die aktuelle Flüchtlingsproblematik zu thematisieren. Dieses und andere Themen sind für die Teilnehmer unabhängig von ihrer Nationalität interessant und relevant. Mit dabei sind die Aachener Filmemacher Miriam Pucitta und Michael Chauvistré́ mit ihren bekannten Dokumentationen „Um zu leben", über jugendliche Menschen bei ihrer Flucht, die in Aachen endet, und „Eine Banane für Mathe", der zeigt, was aus den jungen Flüchtlingen geworden ist, die vor zwei Jahren nach Deutschland gekommen sind.

Im traditionellen Dreiländer-Programm ist „Victoria" mit dabei, der an einem Stück gedrehte Überflieger der deutschen Filmpreise, sowie der ganz große Abräumer der niederländischen Filmpreise (Gouden Kalf) „Gluckauf". Letzterer ist passenderweise auch ein regionales Produkt, spielt er doch direkt nebenan, im ehemaligen Bergarbeiter-Territorium von Heerlen. Also ein idealer Film auch für den Veranstaltungsort Hückelhoven, der die gleiche Industrie-Geschichte hat.

Die Filmtage beginnen am Freitag um 15 Uhr mit Kino für Kinder und „Quatsch und die Nasenbärbande" von Veit Helmer. Insgesamt werden bis Sonntagnachmittag neun Filme sowie acht kurze und mittellange Beiträge gezeigt und diskutiert.

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„Die Filme sollen helfen, uns die Beweggründe und Geschichten von Flüchtlingen näher zu bringen. So hoffen wir auch, beim Abbau von Vorurteilen und Ängsten gegenüber Flüchtlingen einen Beitrag leisten zu können."

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www.filmtage-hueckelhoven.de

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