7.10.15

Pan (2015)

USA 2015 Regie: Joe Wright mit Hugh Jackman, Garrett Hedlund, Rooney Mara 110 Min.

Die Besetzung mit Regisseur Joe Wright macht aus „Pan", der nächsten Verfilmung der Peter Pan-Geschichten von J.M. Barrie, ein aufwändig kriegerisches Spektakel, das an seine „Abbitte" erinnert. Vor allem ist es ein „Prequel" über die Ursprünge der beliebten Figuren, über Peters ersten Besuch in Neverland: Der 12-jährige (Levi Miller) lebt in einem trostlosen Londoner Waisenhaus, wo nächtens Kinder von einem fliegenden Piratenschiff entführt werden. Was Peter und die Kinder im Kino erleben, ist dabei mehr Alptraum als Piratenüberfall. Das fliegende Schiff wird - wir sind im 2. Weltkrieg - von der Luftabwehr mit deutscher Luftwaffe verwechselt, was in ziemlich erwachsener Action ausartet. Mit als Höhepunkt: Schwerelosigkeit im All. Das ist wirklich fantastisch, wenn auch längst nicht mehr poetisch. Überhaupt ist dieser düstere Peter Pan mit Kriegs-Kostümen und -Farben eher verwandt mit Oliver Twist. Das Motto von Kapitän Blackbeard (Hugh Jackman) lautet: Kind sein, ist ziemlich beängstigend.

Die Kleinen im Kinderbergwerk singen zur Ankunft Peters im Neverland Nirwanas „Nevermind". Als Entertainer und Ausbeuter betreibt Blackbeard auf der Suche nach Pixie-Staub Landraub im Stile der Regenwald-Vernichtung oder des Braunkohle-Abbaus. Und dann hebt Peter Pan als eine dieser Messias-Figuren ab, die wegen einer Prophezeiung um ihr Leben fürchten müssen.

Nach dem tatsächlich originellen Buch von Jason Fuchs inszeniert Joe Wright große futuristische Szenerien mit fliegenden Piraten einem Sky-Dock, einer bunten Urwald-Kirmes, die einem wie die 3D-Kugeln um die Ohren fliegen. Aber sobald das Spektakel Pause macht, stürzt die Geschichte mangels schauspielerischer Höhenflüge ab. Nur Hugh Jackman sticht als Pirat heraus.

Für einen Kinderfilm sind ziemlich viele Tote zu vermelden, wenn auch nur in Form bunter Farbwolken. In Sachen Filmtechnik jedoch auch ein atemberaubendes 3D. Ja, die Tricktechniker schufen hier einen der eindrucksvollsten Film-Räume seit der breiten Wiedereinführung dieser Technik. Es ist nicht mehr der Pixie-Staub, der abheben lässt, heute ist es eindeutig Pixel-Zauber.

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