9.3.15

Die Trauzeugen AG

USA 2014 (The Wedding Ringer) Regie: Jeremy Garelick mit Kevin Hart, Josh Gad, Kaley Cuoco-Sweeting 101 Min. FSK: ab 6

Was ist am Heiraten fürs Kino eigentlich so reizvoll? Klar, die Fallhöhe bei hohen Erwartungen und High Heels ist schon atemberaubend. Besonders beim us-amerikanischen Overkill der Vorbereitungen, der selbst aus dem Servietten-Anpassen eine eigene Veranstaltung macht. Deshalb hier mit „Die Trauzeugen AG" noch eine Heiratskomödie und einige werden lieber noch mal heiraten, als sich diese lahme Komödie aus dem Hochzeitskatalog anzusehen.

Jimmy Callahan (Kevin Hart) ist ein großartiger Redner, er rührt die Herzen auf Hochzeiten oder für Beerdigungen. Obwohl er die Gehuldigten überhaupt nicht kennt oder kannte, denn Jimmy ist gemietet wie Geschirr und Partytische. Als sich Doug Harris (Josh Gad) bei ihm meldet, ist der die größte Herausforderung in diesem Job, weil der pummelige, erfolgreiche, aber einsame Mann gleich sieben Trauzeugen, also Freunde braucht. So wird mit einem Haufen schräger Typen und Verlierern (gespielt von prägnanten Serien-Darstellern) eine militärische Trainingswoche abgezogen wird. Das Gelingen ist schon durch diese Zusammensetzung höchst unwahrscheinlich: Der stille Hugo aus „Lost" (Jorge Garcia) hat unter der terroristischen Fuchtel seiner Frau nie Zeit. Ein alberner Kauz kann nichts, außer auf Kommando seine Schulter ausrenken, ein dämlicher Stripper beherrscht nur das Zucken seiner knackigen Brustmuskeln. Und auch der Film ist ein „One Trick Pony" - er rettet sich mit ein paar Scherzchen sowie uninteressanten Figuren mühsam über die Runden, um am Ende die doch wahre Männerfreundschaft über eine falsche Hochzeit siegen zu lassen.

Als Humor gilt in „Die Trauzeugen AG" ein schmutziges Wort beim Essen mit Schwiegereltern, die zur Ablenkung verschüttete heiße Soße und die dabei aus Versehen angezündete Oma. Und bei der - völlig überraschend - außer Rand und Band geratenen Junggesellenparty beißt der Genital-Humor in Form eines Hundes kräftig in den Schritt, was ein wenig „Hangover"-Humor nach sich zieht. Aber das gehört tatsächlich noch zu den wenigen Male Schmunzeln, die diese Klamotte hervorruft. Nur wenn nicht mehr geredet wird und die Trauzeugen schnell montiert sind, etwa beim Erstellen abenteuerlicher Erinnerungsfotos oder bei absurden Tanzeinlagen, ist der Komödien-Krampf aushaltbar. Selbstverständlich gab es das alles schon unzählige Male, zuletzt mit Frauen als „Brautalarm". Dass die beiden einsamen Kerle Jimmy und Doug schließlich doch Freunde werden, ist als vorhersehbarer Gehalt dieses Klamauks viel zu dünn.

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