17.3.15

Die Bestimmung - Insurgent

USA 2014 (Insurgent) Regie: Robert Schwentke mit Shailene Woodley, Theo James, Naomi Watts, Octavia Spencer, Suki Waterhouse, Kate Winslet, Zoë Kravitz 119 Min.

Mal wieder im Angebot: Weniger als ein halber Film zum ganzen Preis plus 3D-Zuschlag! Nach dem schwachen Trilogie-Auftakt mit „Die Bestimmung - Divergent" hängt auch der Mittelteil dieser Teenager-Dystopie nach einer Vorlage von Veronica Roth mächtig durch. Erst zum Ende hin simuliert „Insurgent", ein anständiger Film zu sein. Doppelt enttäuschend, weil auch der mit Abstand schwächste Film von Regisseur Robert Schwentke („R.I.P.D.", „R.E.D.", „Flight Plan", „Eierdiebe").

„Die Bestimmung" fand eigentlich eine nette Metapher für verbreitete Teenager-Probleme: Wo gehöre ich hin? Ich passe nirgendwo rein. Beatrice Taylor (Shailene Woodley) sitzt als „divergente" junge Frau zwischen den Stühlen der fünf Fraktionen, in die ein post-apokalyptisches Chicago aufgeteilt ist. Nachdem eine der Anführerinnen, Jeanine Matthews (Kate Winslet), einen von ihr selbst inszenierten Überfall auf die Konkurrenz Flüchtlingen in die Schuhe schiebt - ein beliebter Standard aus Diktator-Handbuch, muss sich Beatrice verstecken. Doch wenn die frische Waise mit dünnen Hemdchen in ihrer Flüchtlingshütte mitten in der Natur steht, sich die Haare mit grober Schere abschneidet und danach mit perfektem Bubikopf rumläuft, kristallisiert sich ein großes Problem des Films heraus: Beatrice Taylor / Shailene Woodley gibt nur eine ganz schwache Katniss Everdeen-Kopie her und ist ein Ausfall im Zentrum der Aufmerksamkeit. Alle anderen Darsteller wirken wesentlich talentierter und präsenter: Theo James als der Liebhaber von Tris, Ansel Elgort als ihr Bruder Caleb und vor allem Miles Teller („Whiplash") als Verräter. Dazu als Krönung Kate Winslet als Diktatorin, mit mörderischer Kühle berechnend, auf ihren High Hell thronend.

Ohne schnelle Geschichte und scheinbar mit sparsamerem Ausstattungs-Etat fällt frappierend auf, wie oberflächlich diese Polit-Parabel daherkommt: Alle laufen in mäßig interessanten Settings herum, bleiben für einiges Gerede stehen und laufen dann weiter. Action bedeutet orientierungslose Rennerei mit Sprüngen vor Zügen, die falsch getimt sind. Dazu eine Beziehung ohne Chemie, eine billige melodramatische Familiengeschichte, kaum Dramen, und die dann nicht richtig ausgespielt. Ein filmischer Totalausfall, bis endlich die virtuellen Simulationen starten, die mit ihren Effekten auch schon im ersten Teil auffielen. Beatrice muss, um irgendeinen MacGuffin zu öffnen, fünf Test durchlaufen. Diese fantastischen Szenen machen viel Eindruck und gute Anleihen bei Gilliams „Brazil".

Auch die politische Lehreinheit verzettelt sich: „Insurgent" feiert das Martialische eines bewaffneten Aufstandes, obwohl gerade noch über die Last von Blut an den Händen gequatscht wurde. Krieg ist wieder mal alternativlos - so hätten es die Machtpolitiker gerne. Was in den „Hunger Games" erst im Finale schockiert, wird hier überdeutlich aufgetischt: Alle Revolutionen, die friedlichen oder die anderen, sind nur ein manipulierter Zug im gnadenlosen Spiel der nächsten skrupellosen Machthaber.

Letztlich rundet der schwache Film alles Misslungene mit einer bescheuerten Pointe ab. Selten wurde die absurde Nichtigkeit der Existenz so freudig gefeiert. Naomi Watts wird im dritten Teil die Rolle der Diktator-Hexe mit der bösen Schwiegermutter verbinden - wenigstens darauf kann man sich freuen.

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