26.1.17

Volt

BRD, Frankreich, 2016 Regie: Tarek Ehlail mit Benno Fürmann, Denis Moschitto, Stipe Erceg, André M. Hennicke, LaBlanche 81 Min. FSK: ab 16

Niedervolt-Spannung

„Volt" entwirft mit knappem Budget eine martialisch und apokalyptisch düstere Zukunft mit einer Transitzone für Einwanderer, „Blackies" werden sie unter anderem genannt. Hesham (Tony Harrisson), einer dieser in Camps hausenden Menschen, wird vom Volt (Benno Fürmann) bei einer „Säuberungsaktion" umgebracht. Das führt zu Protesten und Aufständen, die angespannte Atmosphäre unter den Adrenalintypen der Polizeitruppe wird durch interne Untersuchungen noch aufgeladener. Doch wortkarge Volt verrät werden den Kumpels noch seiner Sex-Freundin etwas von der Tat. Mit dem Moped rast er durchs Braunkohlen-Revier, die Kollegen bringen den einzigen Zeugen mit Waterboarding zum Schweigen. Dann verliebt sich Volt in Ayo (LaBlanche), die Schwester seines Opfers. Soll da jetzt eine Wandlung ausgerechnet beim härtesten Typen der Truppe stattfinden?

Quereinsteiger-Regisseur Tarek Ehlail versucht, für sein eigenes Buch mit geringen Mitteln ein apokalyptisches Design und raue Atmosphäre hinzulegen, was ihm teilweise auch gelingt. Die Polizisten mit vernarbten Gesichtern und Körpern sind klare Charaktere und die üblichen Genre-Wendungen reichen fürs entsprechende Heimkino aus. „Volt" kommt aber nicht gegen den Overkill aus Hollywood an. So lässt sich das Konzept „klein und dreckig" als charmant bezeichnen. Es holpert jedoch auch an einigen Stellen: Zu viel Dialog tut dem Film nicht gut, die überdeutliche Musik nervt, das Sounddesign holt aber einiges wieder raus. Benno Fürmann macht so was mit links und ist mittlerweile dabei auch nicht mehr peinlich. Profis wie Denis Moschitto, Stipe Erceg oder André M. Hennicke als Polizeichef haben recht wenig Raum für ihre eindimensionalen Rollen. Auch deshalb eignet sich „Volt" zum Stromsparen.

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