1.1.17

Plötzlich Papa

Frankreich, Großbritannien, 2016 (Demain tout commence) Regie: Hugo Gélin mit Omar Sy, Clémence Poésy, Antoine Bertran, Gloria Colston 118 Min. FSK: ab 0

Ziemlich blöde Filme aus Frankreich werden uns gerne als Kassenschlager angedreht. Am besten ist noch Omar Sy dabei, damit es kein Vertun gibt. Diesmal spielt er in einem weichgespülten französischen Remake der mexikanischen Tragikomödie „Plötzlich Vater" von Eugenio González Derbez: Party-Macher und Skipper Samuel (Omar Sy) bekommt von Kristin (Clémence Poésy) das Baby in die Arme gedrückt, das er vor einem Jahr bei einer seiner vielen Abenteuer gezeugt hat. Daraufhin verschwindet sie. Auf der Suche nach der Mutter jettet Sam nach London und bleibt dort ziemlich glücklich mit der Tochter Gloria (Gloria Colston) hängen. Bis das Drehbuch grausam zuschlägt...

Wenn der Vater mit dem Sohne oder der Tochter - das ist ein in allen Generationen und Ländern durchgenudeltes Thema. Selbst Schwarzenegger musste mal durch diese Hölle, „Drei Männer und ein Baby" gab es sogar in mehr als drei Varianten. Die Wiederholung „Plötzlich Papa" wird nun mit viel Hektik vorangetrieben. Dass es dabei oft film-mäßig unrealistisch zugeht, dass es wirkt, als ob das mit dem Baby alles ein Spaziergang ist, macht „Plötzlich Papa" zu einem dieser Filme, die in ihrer glatten Belanglosigkeit sicher dafür sorgen, dass auf keinen Fall etwas hängen bleibt. Sam bekommt selbstverständlich nach wenigen Minuten in London einen super bezahlten Job als Stuntman, bei seinem schwulen Producer ein Zimmer und mit diesem Bernie auch noch Babysitter und Zweit-Mama.

Diese Banalität steht in heftigem Kontrast zu der recht aufwändigen Inszenierung. Die ist routiniert und voll auf Omar Sy abgestellt. Falls das nicht funktioniert, gibt es ja noch ein „oh wie süß"-Baby, viel krampfigen Spaß mit der Tochter im Kinderparadies, Weichspüler-Musik und einen Streit ums Kind. Oh ja, und eine tödliche Krankheit. Wenn dem Drehbuch nichts einfällt, holt es halt den Holzhammer raus. Der Film zum Abgewöhnen wurde seelenlos zusammengebastelt aus Versatzstücken anderer Schmonzetten, die großen Wendepunkte sind extrem unglaubwürdig. Zudem zieht der Film sich gnadenlos in die Länge, Nebendarsteller chargieren arg herum, die Synchronisation gibt ihnen den Rest.

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