2.1.17

Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki

Finnland, Schweden, BRD, 2016 (Hymyilevä mies) Regie: Juho Kuosmanen mit Jarkko Lahti, Oona Airola, Eero Milonoff 93 Min. FSK: ab 6

Eine finnische Box-Legende kommt anders daher als ein Schmeling oder ein Muhammad Ali. Deshalb ist „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" so wunderbar unprätentiös wie seine Hauptfigur: 1962 kann Olli Mäki Boxweltmeister im Federgewicht werden. Sein ehrgeiziger Trainer und Manager Trainer Elis, ein ehemaliger Champion, will daraus ein großes Ereignis und aus Olli einen Star machen - für damalige Verhältnisse. Doch Olli ist vor allem verliebt, in seine wunderbar bodenständige und sympathische Freundin Raija. Die kommt mit nach Helsinki, schaut sich den ganzen Rummel eine Weile mit spöttischen Mundwinkeln an und haut dann wieder ab. Nicht die beste Vorraussetzung für Ollis Training, der zudem auch abnehmen muss, aber die Idee, in einer leichteren Klasse anzutreten, von Anfang an nicht toll fand.

Der unter anderem in Cannes ausgezeichnete Debütfilm von Juho Kuosmanen braucht kein künstliches Drama, der glaubhaft und nachvollziehbar gezeichnete Protagonist mit seiner Sehnsucht nach Raija und einem stillen Blick auf seine Umgebung kann allein das Interesse halten. Es ist eine sehr nette Idee, die Kritik an der heute marktbeherrschenden Vermarktung (nicht nur im Sport) so früh anzusetzen. Sponsoren machen sich wichtig, ein „Nationalheld" soll aufgebaut werden. In einem besonders schönen Bild schnappt Olli sich beim Lauftraining einen verlorenen gegangen Drachen und rennt lachend mit ihm weiter. „Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" ist nicht nur deshalb ein anderer, ein interessanter Sportfilm. Vor allem aber ein sicher inszenierter, gut gespielter und fotografierter Menschen-Film. Lakonisch, wenn auch nicht in Reinform wie bei Aki Kaurismäki, tritt „Olli Mäki" in bester finnischer Film-Tradition an.

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