5.6.17

Plan B - Scheiß auf Plan A

BRD 2017 Regie: Ufuk Genc, Michael Popescu mit Can Aydin, Cha-Lee Yoon, Phong Giang, Eugene Boateng 103 Min. FSK: ab 16

Eine frühe Szene ist vielsagend: Vier alberne Prügelei-Doubles sprechen beim Film vor und „schlagen" ihre Version der Action-Szene vor. Der Regisseur schaut die Möchtegern-Schauspieler entsetzt an und schmeißt sie selbstverständlich raus. So klug war bei „Plan B" keiner. Tatsächlich dürfen vier Martial-Arts-Turner von der B-Liste der Stunt-Leute in die Hauptrollen aufsteigen - mit katastrophalen Folgen. Can, Phong, Cha und U-Gin spielen sich selbst als körperlich trainierte, aber geistig arg überforderte Stuntmen, die eine Geiselnahme mit einem Casting verwechseln. Deshalb müssen sie nun bei einer lahmen Schnitzeljagd durch Berlin für und gegen Gangster antreten.

Die Grundidee des Action-Nachbaus „Plan B" ist simpel: Man verzichtete wie beim Knaller „Free Fire" auf jeden überflüssigen Gedanken. Nur diesmal geriet dies ganz schlecht. Das klägliche Machwerk lässt in jeder Hinsicht die Attitüde raushängen, dass man Film besser machen kann, wenn man nicht von Können blockiert ist. Als „geistreich" sollen flotte Sprüche herhalten, die allerdings mit Rollator daherkommen. Drüber gegossen wurde furchtbare Gitarren-Rockmusik aus einer Retorte, an die seit Jahrzehnten keiner mehr gedacht hat. Die Kamera-Abteilung hat das mit dem Ausleuchten noch nicht gelernt, im Ton wurden die erstaunlich unkomischen Dialoge ganz erbärmlich nachsynchronisiert. Selbst die Action-Szenen fielen extrem dürftig aus - die Macher hätten sich beispielsweise mal die Star Wars-Verehrung „The Apprentice" auf YouTube ansehen sehen sollen, bevor sie auf die Leinwand schielten. Originellerweise finden solche überflüssigen Filmchen immer ein bis zwei bekannte Namen fürs Plakat. Diesmal ist es der ehemalige Nebendarsteller eines Hundes, Gedeon Burkhard. Nicht richtig gut, aber immerhin erkennbar sind die Jacken von Bruce Lee und Co als Verkleidungen zu erkennen. Man sieht, was sie kopieren wollen, aber so will man das nicht sehen. Dass mit Twentieth Century Fox ein eigentlich geschäftstüchtiger Verleiher hinter dem Schrott steht, ist völlig unbegreiflich.

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