27.6.17

Nur ein Tag

BRD 2017 Regie: Martin Baltscheit mit Lars Rudolph, Aljoscha Stadelmann, Karoline Schuch, Anke Engelke 76 Min. FSK: ab 0

Wildschein und Fuchs campen auf Liegestühlen am See und erwarten mit gemischten Gefühlen das Schlüpfen der Eintagsfliege. Angesichts der venusgleichen Geburt wird über Leben und Tod philosophiert - was beides kein Grund zum Weinen sein soll. Deshalb machen sich die drei nun auf, den Tag zu genießen, weil der Fuchs angeblich nur einen Tag zu leben habe. Denn Wildschein (Aljoscha Stadelmann) und Fuchs (Lars Rudolph, spielt wieder Trompete!) bringen es nicht übers Herz, der liebenswerten Eintagsfliege (Karoline Schuch) zu erklären, dass sie bald sterben wird. Zum Erlebnisprogramm gehören Gänsejagd, die Heirat von Fuchs und Wildschwein, Geburt, Alter und Tod.

Martin Baltscheit inszenierte in seinem Kinodebüt nach seinem Theaterstück, dem folgenden Roman und Hörspiel „Nur ein Tag" als eine kluge, fröhliche und auch herzzerreißende Geschichte, als einen Kinderfilm, der sogar die Erwachsenen nicht unterfordert. Die Tiere der wunderbaren Fabel werden wie selbstverständlich von Menschen gespielt. Mit Swing und Jazz unterlegt gibt es etwas Klamauk, aber vor allem eine Eintagsfliege, die mit ihrem sehr sonnigen Gemüt auch das kurze Leben genießt. Diesem Spaß steht Anke Engelke als eine düstere, pessimistische Eintagsfliege entgegen, die nur die restlichen Minuten ihres Lebens runterzählt. Tolle Schauspieler, eine zeitgemäße Sprache und verblüffende Lebensweisheit im kleinen Format machen „Nur ein Tag" zur unbedingten Empfehlung.

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