13.6.17

Ich wünsche dir ein schönes Leben

Frankreich 2015 (Je vous souhaite d'être follement aimée) Regie: Ounie Lecomte mit Céline Sallette, Anne Benoît 100 Min. FSK: ab 12

Elisa (Céline Sallette) arbeitet als Physiotherapeutin, ihre Kunden öffnen sich und teilen ihre Probleme. Elisas Probleme hält sie verschlossen. Getrennt vom Partner, macht sie für einige Monate eine Vertretung in Dünkirchen. Dort sie vor 30 Jahren von einer anonymen Mutter geboren und zur Adoption freigegeben. Nun begibt sie sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter.

Das ergibt zwei interessante Frauen-Porträts, die zusätzlichen Reiz gewinnen, weil sich die Wege von Mutter und Tochter unwissentlich dauernd kreuzen. Denn Annette (Anne Benoît) arbeitet als Putzfrau in der Schule von Elisas Sohn Noé. Regisseurin Ounie Lecomte stammt aus Korea und ist selbst mit Adoptiveltern aufgewachsen. So sind die Fragen, wer und wie wohl die Mutter sein könnte, auch autobiographisch. Sie erzählt nüchtern und undramatisch, dabei vielschichtig von verschiedenen Formen des Mutter-Seins. Denn da ist auch noch Elisas Sohn, der wegen seiner Haare und der dunklen Haut in der Schule als arabisch eingeordnet wird, damit aber gar nichts anfangen kann. Annette wüsste den Grund, weswegen Noé so aussieht, doch ihre Mutter will wiederum nicht, dass die alte Geschichte publik wird. Im ruhigen Verlauf findet eine Annäherung statt, alles könnte sich in Wohlgefallen auflösen, doch der still gefühlvolle Film zeigt eine andere Reaktion.

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