22.5.17

Rosemarí

Norwegen, Dänemark, BRD 2016 Regie: Sara Johnsen mit Ruby Dagnall, Tuva Novotny, Laila Goody, Tommy Kenter 98 Min. FSK: ab 12

Am Anfang steht ein unerhörtes Ereignis, als Unn Tove bei ihrer Hochzeit mit dem Falschen auf der Hotel-Toilette ein gerade geborenes Baby findet. Sechszehn Jahre später entwickelt der Film seine scheinbare Alltagsgeschichte träge: Unn Tove ist mittlerweile geschiedene TV-Journalistin, eine alleinerziehende Mutter, die nichts mit sich anzufangen weiß, wenn die Töchter beim Vater sind. Als Journalistin zwar engagiert und mitten im Leben stehend, geriet dieses Leben in Bezug auf Beziehungen sehr reduziert. Dass die unerfüllte Frau mit dem plötzlich auftauchenden jungen Mädchen Rosemarí recht schnell auf die Suche nach deren Eltern geht und dabei noch alles mit der Kamera aufnimmt, wirkt trotz des Geburts-Prologs recht konstruiert. Lange plätschert die kleine Geschichte vor sich hin und überrascht dann mit einer plötzlich gar nicht mehr kleinstädtischen und brav bürgerlichen Auflösung. Es schockt nicht nur alle Beteiligten, es erwischt auch den Film auf falschem Fuß, wenn Rosemarí erfährt, dass sie bei einem Pornodreh gezeugt wurde.

Der Auftritt eines alten Porno-Produzenten bereichert den Film höchsten absurd-komödiantisch. Mit dem vermeintlichen Erzeuger im alten Pornofilm das erste Mal die Mutter sehen, das ist vielleicht Stoff für Lars von Trier und generell eine bescheuerte Idee. Die Auswirkungen bleiben wie die Erklärungen erschreckend oberflächlich. Am Ende löst sich alles in einer glücklichen Porno-Patchwork-Familie auf. „Rosemarí" wurde vielleicht in Original ganz gut gespielt, geriet aber in der deutschen Synchronisation nur mäßig packend oder unterhaltsam.

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