10.5.17

King Arthur: Legend of the Sword

Großbritannien, Australien, USA 2017 Regie: Guy Ritchie mit Charlie Hunnam, Jude Law, Astrid Bergès-Frisbey, Djimon Hounsou, Aidan Gillen, Eric Bana 126 Min. FSK: ab 12

Guy Ritchie („Bube Dame König grAS") macht mit der alten Arthur-Geschichte gleich mehrere Zeitsprünge. Der beliebte Ritter-Mythos landet mit aufpolierten Schwertern und Fantasy-Rüstungen im Kinostil des neuen Jahrhunderts.

Nach einer gigantischen Schlacht gegen den Zauberer Mordred und seine telepathisch gelenkten, haushohen Kampf-Elefanten - siehe „Star Wars" - beginnt eine Hexenjagd auf die Magier, dabei sitzt der Verräter am Kabinettstisch: König Uther Pendragons (Eric Bana) Bruder Vortigern (Jude Law) revoltiert und der kleine Prinz Arthur landet als Waise in Londium. Mit fantastischen wie schäbigen Gebäuden und dämonischen Gewölben ist es das England nach den Römern. Die Wikinger sind willige Alliierte von König Vortigern, der das Land terrorisiert. Arthur wächst in einem Bordell als geschickter Dieb auf. Bis er das sagenhafte Schwert Excalibur aus dem Stein zieht, ihn ein Rebellentrupp aufnimmt und ein Guerilla-Krieg beginnt.

Guy Ritchie hat einen Namen wegen ... ja weswegen eigentlich? „Bube Dame König grAS" war 1998 frech und stilistisch ein Knaller, „Snatch - Schweine und Diamanten" 2000 dann schräg und flott. Aber dann kam schon die Peinlichkeit „Stürmische Liebe - Swept Away" mit seiner nun Ex Madonna. Die Gangsterfilme „RocknRolla" (2008) und „Revolver" (2005) waren solide, erfolglose Unterhaltung, die beiden „Sherlock Holmes"-Wiederbelebungen mit Robert Downey Jr. und Jude Law toller Steam Punk. Aber vor allem macht heutzutage jeder den Guy Ritchie-Stil, das Original enttäuscht dementsprechend.

Nun geht Guy Ritchie den berühmten und beliebten Arthur-Mythos an - angeblich in sagenhaften sechs Teilen. Selbstverständlich nicht mit märchenhaften Elementen wie in den wunderbaren Arthur-Romanen von T.H. White. Mit dem Weg Arthurs zur Krönung wird in diesem Film nur ein erstes Tischbein der berühmten Tafelrunde geschnitzt. Dabei ist an diesem Arthur nichts Bemerkenswertes, was den Mythos rechtfertigen würde: Die Hauptfigur gewinnt nicht durch Persönlichkeit sondern mit Fantasy-Gedöns, das stark an „Herr der Ringe" erinnert. Jude Law gibt hingegen als Vortigern einen coolen Drecksack, grandios in seiner selbstbewussten Machtbesessenheit. Das Drumherum bleibt austauschbar, es könnte eben so gut Robin Hood sein. Belanglos und der Stil nur punktuell eindrucksvoll. Vor allem bei virtuosen Montage: In Sekundenbruchteilen kommentiert ein schneller Schnitt die Handlung aus einer anderen Lebensphase, das Aufwachsen Arthur ist ein rasanter, atemloser Film-Clip.

Die unausweichliche langweilende Action, dank Merlins Botin Mage (sehr passend gespielt von Àstrid Bergès-Frisbey) mit einem Schuss Magie, hält sich unauffällig zurück, erst als Arthur die psychologischen Probleme mit seinem Schwert in den Griff bekommt, sieht das interessant aus. Format vermissen lässt auch der unbekannte Charlie Hunnam als frecher kleiner Gauner ohne königliche Statur. Da will man eigentlich mehr Law sehen, doch der schafft es leider nicht in die Fortsetzung - sollte die überhaupt diesen schwachen Auftakt überleben.

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