3.4.17

Es war einmal in Deutschland

BRD, Luxemburg, Belgien 2017 Regie: Sam Garbarski mit Moritz Bleibtreu, Antje Traue, Mark Ivanir, Hans Löw, Tim Seyfi 102 Min. FSK: ab 12

Nach dem falsche Inder in „Vijay und ich" spielt Moritz Bleibtreu erneut in einem Film von Sam Garbarski. Der Regisseur begeisterte 2007 mit „Irina Palm" und läuft seitdem diesem Erfolg immer hinterher. Nun erzählt seine Tragikomödie „Es war einmal in Deutschland..." von der „Die Rache der Juden" im Frankfurt des Jahres 1946: Ein Moment der Geschichte, aber auch ein Märchen wie der Filmtitel suggeriert, in dem die überlebenden Juden in speziellen Camps der US-Armee auf wirtschaftliche Weise zu überleben suchten. Bis sie endlich in die USA auszuwandern konnten. Geschäftlich besonders geschickt macht das der Kaufmanns-Sohn David (Moritz Bleibtreu), der den Deutschen mal über Mitleidsmasche und mal mit bitter vorgespieltem Antisemitismus überteuerte „Aussteuerpakete" mit weißer Wäsche verkauft. David und seine Kumpels sind die „Inglourious Basterds" der Wäschekammer mit ihren kleinen fiesen Tricks, mit denen sie alten und unbelehrbaren Nazis ihre Ware andrehen.

Aber ausgerechnet David erhält die Geschäfts-Lizenz nicht, die doch eigentlich jeder Jude bekommt. Denn er soll mit der SS zusammengearbeitet haben, was zu einer Reihe von Verhören bei der attraktiven US-amerikanischen Army-Juristin und einer Geschichte in mehreren Kapiteln führt. David erzählt nun zwischen Flirt und Wut, wie er als genialer (Witze-) Erzähler vom Lagerleiter beschützt und nach einer reihe absurder und schwarzhumoriger Szenen sogar ausgewählt wurde, Hitler einen Witz beizubringen.

Wieder und leider spielt Bleibtreu alle an die Wand, die Schicksale der Schicksalsgenossen sollen ganz kurz die Grauen des Holocaust anreißen, bleiben aber Randnotizen in einer netten Komödie mit Tiefgang, aus der man mehr hätte machen können.

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