11.4.17

40 Tage in der Wüste

USA 2015 (Last Days in the Desert) Regie: Rodrigo García mit Ewan McGregor, Ciarán Hinds, Ayelet Zurer 99 Min. FSK: ab 12

Rodrigo García ist Sohn des Literaturnobelpreisträgers Gabriel García Márquez, aber auch ernstzunehmender Regisseur und Drehbuchautor. Nach den Dramen „Albert Nobbs" sowie „Mütter und Töchter" führt er nun Ewan McGregor gegen sich selbst in Versuchung. Der Jedi-Ritter („Trainspotting", „Der Ghostwriter", „Amerikanisches Idyll") spielt Jesus in der Wüste auf Basis der Evangelien nach Matthäus und Lukas. Hinzugeschrieben wurde das ausgleichende Wirken Jesu bei einer Familie mit einem archaischen Konflikt zwischen Vater und Sohn, die unterschiedliche Vorstellungen vom richtigen Leben haben.

Der sehr ruhige und nicht nur zu Ostern sehenswerte Film packt durch exzellentes Spiel und weite Landschaften. Eindrucksvoll, wie McGregor auch nach dem „Trainspotting 2"-Kick in dieser ganz anders intensiven Rolle fesselt. Dieses ungewöhnliche Werk kann sich dank des britischen Charakterdarstellers erlauben, die bekannte Versuchung mit einer fein nuancierten Doppelrolle als eigentlich inneren Konflikt anzulegen. Besonders wirkungsvoll sind auch die Bilder der Anza-Borrego-Wüste in Südkalifornien von Kameramann Emmanuel Lubezki („Knight of Cups", „The Revenant", „Gravity"), die etwas von Terrence Malicks Filmen atmen.

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