27.3.17

Die versunkene Stadt Z

USA, Irland 2016 (The Lost City of Z) Regie: James Gray mit Charlie Hunnam, Robert Pattinson, Sienna Miller, Tom Holland 141 Min. FSK: ab 12

Der britische Offizier Percy Fawcett (Charlie Hunnam) zeichnet sich Anfang des 20. Jahrhunderts bei der Unterdrückung der Iren und der Fuchsjagd aus. Doch weil sein saufender Vater und damit der Familienname in Ungnade fielen, gibt es für Fawcett keine Chance auf Beförderung. Diese Gesellschaft ist zu eng - da bleibt wie einst bei Columbus nur die Entdeckung unbekannter und noch nicht eingeschränkter Regionen. Allerdings geht es beim Auftrag der angesehenen Royal Society erst einmal wieder um die Grenzziehung. Zwischen Brasilien und Bolivien droht ein Krieg um den Grenzfluss und die Briten helfen aus, damit der Kautschuk aus dieser Region weiter ungestört fließen kann.

Schon die erste Expedition fesselt den gewissenhaften Fawcett und als er nach langer, gefährlicher Fahrt an der Quelle Spuren einer alten Zivilisation findet, stellt er das Weltbild des Great Empire auf den Kopf. Der Entdecker ist von einer Indio-Kultur überzeugt, die älter als britische sei. Weitere Expeditionen mit dem treuen Begleiter folgen (Pattinson hinter Bart nicht zu erkennen und mangels schauspielerischer Glanzleistung auch sonst leicht zu übersehen), und den Hymnen in den Medien bald heftige Angriffe.

Die Begegnungen mit Kannibalen und wilden Tieren, mörderische Krankheiten - alles was zum Expeditions-Abenteuer gehört, baut James Gray in seine „wahre Geschichte" ein. Kurz blitzt mit dem dekadenten Kautschuk-Ausbeuter Baron de Gondoriz (Franco Nero) und seiner widerlich rassistischen Dschungeloper etwas „Heart of Darkness" auf. Dann emanzipiertes Familienleben und plakativer Feminismus bei Frau Fawcett (eindringlich: Sienna Miller). Für Regisseur James Gray ist dies jedoch spürbar Terra Incognita, denn bisher filmte er bevorzugt in Großstadt-Enklaven von US-Einwanderern verschiedener Herkünfte („Little Odessa" 2000, „The Yards" 2007, „We Own the Night" 2008, „ Two Lovers" 2013, „The Immigrant" 2016). So ist „Die versunkene Stadt Z" zwar kein Höhepunkt des Genres, hat aber, wenn man die träge Reisegeschwindigkeit in Kauf nimmt, doch einen eigenen Reiz.

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