6.2.17

The Girl with all the Gifts

Großbritannien, USA, 2016 Regie: Colm McCarthy mit Gemma Arterton, Sennia Nanua, Glenn Close, Paddy Considine 112 Min. FSK: ab 16

Da gibt es im vor sich hin wesenden Körper des Zombie-Genres tatsächlich noch ansteckend spannende Varianten: Drew Barrymore startet auf Netflix gerade eine Zombie-Diät in der Comedy-Serie „Santa Clarita Diet" und der Horror-Thriller „The Girl with all the Gifts", nach einem Roman von M.R. Carey, erreicht die sozial kluge unterfütterte Qualität von großen Zombie-Klassikern wie Romeros „Die Nacht der lebenden Toten" und modernen (britischen) Wiederbelebungen wie Danny Boyles „28 Days Later".

In einem unterirdischen Verließ wird die ungemein freundliche Streberin Melanie (Sennia Nanua) wie viele andere Kinder jeden Morgen im Rollstuhl gefesselt zum Unterricht geschoben. Staunend verfolgt man die spannende Situation, in der die Kinder unter strengster Beobachtung und vorgehaltenen Waffen wie Schwerstkriminelle gehalten werden. Die Lösung lauert oben vor der militärischen Festung: So schnell wie ein fieser Virus wirkte, springen einen heftige Zombie-Attacken an. Die Kinder sind eine neue Evolution der eigentlich tumben Menschenfresser: Hochintelligent, sprechend, statt grunzend, aber noch genauso blutrünstig.

Als die Festung fällt, macht sich eine Handvoll Militärs unter der Leitung von Sgt. Eddie Parks (Paddy Considine) auf den Weg zum nächsten Schutzort. Mit dabei ist gezwungenermaßen Melanie. Dr. Caroline Caldwell (Glenn Close) will das Kind zu einem Antikörper-Mittel verwursten und die Lehrerin Helen Justineau (Gemma Arterton) hat ein großes Herz für das meist sympathische Mädchen. Melanie ist sehr intelligent, vielleicht sogar intelligenter als die Menschen. Gleichzeitig ist sie noch ganz Kind, das sich freut, mit dem Walkie-Talkie spielen zu können.

Die Flucht geht mitten durch London, wo es von Zombies wimmelt. Der Plan, das ruhig und ohne ruckartige Bewegungen zu machen, scheitert schnell. Doch das übliche Zombie-Gemetzel hält sich zurück - für Spannung und viel Raum für die Figuren. Erst spät gibt es auch ein wenig vom typischen Zombie-Humor, wenn die dumpfe Masse einem kleinem Kläffer hinterher taumelt. Früh wird aus der griechischen Mythologie die Büchse der Pandora erwähnt, in der ja ganz unten in einer Ecke auch die Hoffnung steckt. Und die immer philosophischeren Gespräche zwischen dem Sprössling einer neuen Menschengattung und der rücksichtlosen Wissenschaftlerin Caldwell stellen die alten Fronten auf den Kopf. Das ist mit Glenn Close und der jungen Entdeckung Sennia Nanua super besetzt und gut gespielt. Sehr viel Eindruck macht auch das großartige Produktionsdesign eines post-apokalyptischen Englands. Man kann mit Dylan erfreut konstatieren „Death is not the end".

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