7.2.17

Noma

Großbritannien, 2015 (Noma - My Perfect Storm) Regie: Pierre Deschamps 99 Min. FSK: ab 0

Das Kopenhagener Restaurant Noma wurde in den letzten Jahren vier Mal zum besten der Welt gekürt. Die 40 Plätze sind auf Jahre im Voraus ausgebucht. Der zwischen Genie und Wahnsinn schwankende Mann hinter dem Erfolg ist Chefkoch René Redzepi, in Mazedonien geboren und als kleiner Junge mit seiner Familie nach Dänemark gekommen. Das Dogma von Noma lautet: Nur Nahrungsmittel aus der Region, oder „Nordic Food". Das bedeutet beispielsweise kein Olivenöl, dafür unglaubliche Zutaten Gras vom Strand, fermentiertes Blut. Von Seeigeln aus den Gewässern vor der Nordküste Norwegens über fermentierte Stachelbeeren bis hin zu Moosen, Flechten und von Birken gezapftem Wasser ist René Redzepi unentwegt auf der Suche nach neuen Produkten und Wegen. Er spielt mit Geschmack, Geruch und Bildern der Region.

Regisseur Pierre Deschamps hat René Redzepi drei Jahre lang auf seinem Weg begleitet, von der dritten Auszeichnung zum besten Restaurant der Welt im Jahr 2012 über einen Rückschlag, der das Noma 2013 schwer erschütterte, bis hin zurück an die gastronomische Weltspitze im Jahr 2014. Er konzentriert sich vor allem auf den Erfolg und das Konzept des Kochs, weniger auf seine egomanische Persönlichkeit, sein extrem strenges, militärisches Regime in der Küche, bei dem sich die eingeschüchterten Leute nicht trauen, etwas zu sagen. (Das zeigt die aktuellere Dokumentation „Ants on a shrimp".) Persönliches, wie die Erfahrung von Rassismus in Dänemark wird kurz angeschnitten, bevor kunstvolle Montagen oder schöne Inszenierungs-Ideen um das auf jeden Fall optisch reizvolle Essen wieder packen.

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