9.1.17

The Hollars

USA 2016 Regie: John Krasinski mit Anna Kendrick, John Krasinski, Anna Kendrick, Mary Elizabeth Winstead 88 Min.

Ein Film wie das Leben – um es mal positiv zu sehen: Mit Geburt und Tod, mit Trauer, Streit und Versöhnung. Anständig gemacht, gut gespielt. Etwas witzig, unvermeidlich rührselig… und schon tausende Mal gesehen. Es hängt wohl von der Stimmung ab, ob man John Hollar (John Krasinski) aus New York zurück ins Städtchen seiner Herkunft folgen will. Seine Mutter Sally (Margo Martindale) brach dort gerade mit einem Gehirntumor zusammen. Vater Don (Richard Jenkins) heult deshalb nur rum. Der eher unter-intelligente Bruder Jason (Charlie Day) zog nach Scheidung und Entlassung aus Vaters bankrottem Handwerkerladen ausgerechnet wieder zuhause ein. Irgendwie sind alle verrückt oder beschränkt im Ort der Jugend. Johns Jugendliebe Gwen (Mary Elizabeth Winstead) schiebt ihm zur Begrüßung die Zunge in den Mund, obwohl ihr Mann nebenan Bier holt. Dieser Jason (Charlie Day) ist ausgerechnet Krankenpfleger der Mutter, eifersüchtig und auch sonst seltsam – siehe oben. John selbst ist Comic-Zeichner mit Schreibblockade und hat Zweifel bezüglich seiner Zukunft mit der schwangerer Freundin Rebecca (Anna Kendrick). Die kommt auch noch vorbei, während Jason die neue Familie seiner Ex stalkt. Also alles perfekt für eine tragikomische Familientherapie: Zurück zu den Wurzeln, um aus der Distanz des Vergangen zu betrachten, wo man jetzt steht.

Geburt und Tod, Hochzeit und Begräbnis, mit Wehen im Leichenwagen ... diese persönliche Arbeit von Regisseur, Hauptdarsteller und Produzent John Krasinski lief auf dem Sundance-Festival, was nicht für den ehemaligen Hort des Independent-Films spricht. Anständige Schauspieler in einer routinierten Inszenierung, aber so interessant wie das gleiche gute Graubrot, das man seit Jahren isst. Ein wenig witzig, unausweichlich rührend, wie die Figuren ist der Film seltsam, kann aber auch liebenswert wirken. Hat doch John ein schönes, offenes, fast freundschaftliches Verhältnis zur Mutter. Und dann der Männerchor beim Lied zum möglichen Abschied vor Operation... „The Hollars" werden die eine oder andere unterhalten, können aber auch ganz furchtbar anöden.

PS: All die Filme, die uns Woche für Woche vorgesetzt werden, sind ja nur die Spitze des Eisbergs der US-Produktion. Es gibt unter der Mehrzahl der anderen, die auch mit großen Namen und schicken Plakaten in anderen Ländern oder auf DVD rauskommen, viel Interessantes. Nur weshalb zeigt man uns stattdessen immer wieder das Gleiche, nur in mittelprächtig?

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