24.1.17

Kundschafter des Friedens

BRD 2016 Regie: Robert Thalheim mit Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Antje Traue, Jürgen Prochnow, Thomas Thieme, Winfried Glatzeder, Milan Peschel 93 Min. FSK: ab 12

Schon der großartige Vorspann amüsiert mit Henry Hübchen als Ost-Bond. Als der heruntergekommene Ex-Agent beim Bier am Berliner Büdchen von jungen BND-Agenten abgegriffen wird, zeigt er allen, dass er es immer noch drauf hat - wenn der Rücken nicht wieder zwacken würde. Trotzdem kommt er mit seinen alten Kollegen zum Einsatz, als es Probleme bei der Wiedervereinigung von Ost- und West-Katschekistan gibt. Die Zonen-Bonds im Ruhestand schaffen mit Resten des DDR-Dopings locker den Fitness-Test, der Sold soll eine vollwertige West-Rente sein. Dabei gehen sie analog statt digital vor, statt GPS kommen die Koordinaten als Wasserstände über Kurzwelle. Stilvoll mit altmodischen Tricks arbeitet die herrliche Komödie auch im Filmbild.

Dieses „Ostens Vier" statt „Ocean's Eleven" ist ein (Arbeiter-) klasse Spaß mit großartigen Ost-Darstellern: Michael Gwisdek lässt als Techniker, Frickler und Idealist Funken fliegen. Dagegen ist Thomas Thiemes Locke nur an Geld interessiert. Winfried Glatzeder, der legendäre Darsteller der „Legende von Paul und Paula" ist immer noch der Romeo-Agent des Ostens. Als Klassenfeind und Verräter ist Jürgen Prochnow dabei. Robert Thalheim („Am Ende kommen Touristen") gelingt die humoristische Rache des Ostens wie ein „R.E.D." aus Babelsberg. Wenn die superfitten alten Herren die Sache „ganz undemokratisch handhaben", wie ein freudscher Versprecher des sprühenden Drehbuchs verrät, ist das ein unbedingt sehenswerter Spaß.

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