10.1.17

Hell or High Water

USA 2016 Regie: David Mackenzie mit Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster, Gil Birmingham 102 Min. FSK: ab 12

Wenn sich im Casino der Comanche und der weiße Redneck Stirn an Stirn gegenüberstehen, sind mittlerweile beide Verlierer: Dem einen raubte der Weiße Mann das Land, dem Weißen Mann rauben die Banken die Häuser, um die eigenen Zockereien auszugleichen. Ein Western von heute hat als „Outlaws" zwei Brüder, die das verschuldete Häuschen ihrer nach teurer Krankheit verstorbenen Mutter retten wollen. Dazu rauben sie Banken wie Bonnie und Clyde, um bei den selben Banken die Schulden abzulösen.

Der kluge Toby (Chris Pine) hat den Plan und der jähzornige Tanner (Ben Foster) die Waffen. Sie fahren durch wertloses Weideland, das vielleicht Öl hergibt, vorbei an riesigen Plakaten mit Kredit-Angeboten der Banken. allen hier steht das Wasser bis zum Hals, überall sind brave, einfache Leute, denen die Banken das von Hypotheken belastete Heim wegnimmt.

Superheld Chris Pine steht diesmal auf der Seite der Verlierer, ihm steht der Cowboy sehr gut. Die Texas-Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und Alberto Parker (Gil Birmingham) stellen sich in der ersten Szene als identisch gekleidetes Komiker-Duo vor. Jeff Bridges trumpft auch in dieser Rolle auf, wie letztlich so oft, schwer verständlich.

Der Schotte David Mackenzie machte aus „Hell or High Water" von Autor Taylor Sheridan einen Western von heute: Spannend, exzellent gespielt, mit viel Einblick in die Situation der Menschen und des Landes. Wenn nach einem missglückten Bankraub direkt ein Haufen schießwütiger Amerikaner zur Stelle ist, zeigt die gleichzeitig komisch und erschreckend etwas vom Waffenwahn dieses lebensgefährlichen Staates. Sheridan schrieb übrigens auch das Buch zu dem hochspannenden und politischen Drogenthriller „Sicario", ein ebenso exzellentes Script. Dazu erklingen sehr passende Lieder, die Filmmusik stammt von Nick Cave und Warren Ellis.

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