5.12.16

Elvis & Nixon

USA, BRD, 2016 Regie: Liza Johnson mit Michael Shannon, Kevin Spacey, Alex Pettyfer 87 Min. FSK: ab 0

Der „King" und Mr. President. Zwei Medienstars, zwei Figuren des öffentlichen Lebens, weltweit bekannt. Ein Treffen im Dezember 1970 ist belegt. Wie dieser sehr, sehr komische und schräge Film es sich ausmalt, ist ein ganz besonderes Vergnügen mit einigen ernsten Gedanken über das Innenleben einer Legende.

Elvis (Michael Shannon) sitzt in seiner Villa Graceland vor seinen TV-Schirmen und sorgt sich um den Zustand des Landes. Deshalb zieht er spontan persönlich und ohne Entourage los, um etwas zu ändern. Was schon am Flughafen von Memphis mit einer Verhaftung endet. Denn Elvis wollte gleich mehrere Pistolen mit an Bord nehmen! Doch mit Hilfe seines Freundes Jerry Schilling (Alex Pettyfer) und der Töchter der Beamten wird der Sänger wieder freigelassen. Gemeinsam kommen Elvis und Jerry mit ein paar Tricks tatsächlich ins Weiße Haus. Denn der King will fortan als FBI-Spezialagent ein Auge auf die Jugend werfen. Undercover! Oder will er doch nur noch ein FBI-Abzeichen für seine Sammlung von Sheriffsternen?

Im Weißen Haus gibt es derweil eine Diskussion, ob Nixon (Kevin Spacey mit reichlich präsidentieller Erfahrung aus „House of Cards") für dieses Treffen auf seinen Mittagsschlaf verzichten soll. Sowohl Elvis als auch des Präsidenten Mitarbeiter (Hanks Sohn Colin als Egil Krogh) bekommen detaillierte und komische Anleitungen, wie mit der jeweiligen Prominenz umzugehen sei. Nach einem angeberischen Vergleich der Häuser und der Stücke Mondgestein greift sich der King die ausdrücklich für Nixon reservierten M&Ms und dessen Limonade. Nun noch eine Karate-Einlage und Elvis bekommt, was er wollte, während Nixon glaubt, er sei auch cool.

Der großartige Michael Shannon hat keinerlei Ähnlichkeiten mit Elvis. Sein King trifft am Flughafen tatsächlich auf einen Elvis-Imitator, der ihn für einen Kollegen hält. Durchgehend wirkt Shannon wie ein schlechtes Double, aber das macht überhaupt nichts, denn die Komödie um einen einsamen Mann, den alle zu kennen glauben, funktioniert hervorragend. Allein vor dem Spiegel blickt der Mensch hinter Brille, protzigem Schmuck und der Schmalzlocke hervor. Die Ausbruchsversuche sind reichlich verquer, aber wie albern dieser Typ auch wirkt, er überzeugt mit einer großen Lässigkeit einfach jeden. Und für den Notfall ist noch ein Revolver im Stiefel.

Die Inszenierung von Liza Johnson macht dieses seltsame Treffen zu einem tollen Film, in dem jeder Moment stimmt. Wie beim Einsatz von Shannon ist auch die Musik gerade nicht von Elvis, hat aber große Klasse. „Elvis is in the building", da sollte man dabei sein!

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