20.12.16

Eine schöne Bescherung (2015)

Schweden, 2015 (En underbar jävla jul) Regie: Helena Bergström mit Maria Lundqvist, Robert Gustafsson, Anastasios Soulis, Anton Lundqvist 108 Min.

Die Familie fällt zum Fest beim schwulen Paar Oscar und Simon sowie deren Freundin Cissi, die im neunten Monat schwanger ist, ein. Die drei wollen eine Familie zu gründen. Dabei hat der Vater schon am noch nicht fertig renovierten Haus und an vielem anderen zu meckern. Schon seine Hausbesichtigung ist ein emotionaler und manifester Zerstörungsakt. Dann taucht mit dem Schwiegervater der gerade noch übel rassistisch angegangene Zimmerjunge aus dem Hotel auf, seine geschiedene Frau kommt mit dem viel jüngeren Liebhaber vorbei. Selbstverständlich sind Oscar und Simon die Väter von Cissis Baby. Das Durchkonjugieren der politischen und Lebenshaltungen von unfassbar rückständig bis locker liberal soll für Humor sorgen. Zuerst ist jedoch ein weihnachtliches Überfressen an Reiz-Themen und –Figuren festzustellen.

„Einer der erfolgreichsten schwedischen Filme der letzten Jahre" – das lässt angesichts anderer nationaler Hits wie „Ziemlich beste Freunde" viel befürchten. Dazu handelt es sich noch mit dem Weihnachtsfilm um eines der furchtbarsten Genres aller (Jahres-) Zeiten. Solche Familien-Aufstellungen mit reichlich Konfliktstoff können bei sorgfältiger Figurenzeichnung einfühlsam unterhalten, wie es die Dänen Susanne Bier („Love is all you need") oder Thomas Vinterberg („Das Fest") besser vormachen. Hier fallen die Klischees direkt mit der Tür ins Haus, Besserung ist nicht in Sicht, aber das Happy End garantiert. Das ist Wohlfühl-Kino in einem Bett vertrockneter Tannennadeln.

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