28.11.16

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

BRD, Belgien 2016 Regie: Wolfgang Groos mit Arsseni Bultmann, Alexandra Maria Lara, Sam Riley 106 Min. FSK: ab 0

Regisseur Wolfgang Groos ist mit „Rico, Oskar und ..." sowie „Die Vampirschwestern" und „Vorstadtkrokodile 3" ganz groß in der Umsetzung von Kinderbüchern und auch meist ganz gut. Wieso nun die Neuverfilmung der sehr bekannten WDR-Puppentrickserie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" völlig misslang, ist ein interessantes Rätsel. Das einzig Interessante am lahmen, wenig witzigen und ganz schlecht besetzten Kinderfilm. Wie im fast fünfzig Jahre alten, gleichnamigen Kinderbuch von Boy Lornsen trifft der gemobbte Außenseiter-Junge Tobbi auf einen Roboter-Jungen, dessen Raumschiff auf der Erde strandete. Zum Glück ist Tobbi eifriger Erfinder und mit dem bald gebauten Flug-Wasser-Wagen Fliewatüüt reisen die Jungs zu Robbis Eltern an den Nordpol. Den Wert der Freundschaft wiederholt „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt" penetrant, aber so leblos wie Tobbi von Arsseni Bultmann gespielt wird, verwundert es irgendwie nicht, dass seine besten Freunde Hirngespinste sind.

Das Buch von Jan Berger verlagert die alte Geschichte in die digitale Gegenwart, macht aus dem Bösewicht, der Robbi wie einst „E.T." jagt, den harmlos diabolischen Vorsitzenden eines Kommunikations-Konzerns. Dass die liebliche Kleinstadt als ein künstliches Bilderbuch-Örtchen, schlimmer als Prenzl-Berg, daherkommt, wäre noch zu ertragen. Aber die ganze Geschichte kommt über den Versuch, nett sein zu wollen, nicht hinaus. Und steht dann sehr lange dumm rum, genau wie dieser nervige Tobbi. Ein Kurzauftritt vom hinter Vollbart verstecktem Bjarne Mädel, Alexandra Maria Lara und Sam Riley als überkandidelte Agenten - das war es auch schon in Sachen gekonnter Spaß. Der Rest besteht aus Slapstick-Versuchen mit schlechtem Timing. Ein Kinderfilm von Groos für klein zum Abgewöhnen.

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