7.11.16

Jack Reacher 2: Kein Weg zurück

USA, VR China 2016 (Jack Reacher: Never go back) Regie: Edward Zwick mit Tom Cruise, Cobie Smulders, Aldis Hodge, Danika Yarosh 118 Min. FSK: ab 16

Tom Cruise ist ein problematischer Schauspieler: Sehr lächerlichen Auftritte färben auf seine Rollen ab, ein sehr bedenklicher Einsatz für die Scientology-Sekte sorgt bei vielen für generelle Ablehnung all seiner Filme. Nun läuft er zum zweiten Male auf als Jack Reacher, eine Romanfigur von Lee Child. Das Ergebnis ist Action-Routine, die einem ernsthaften Schauspieler nicht gut tut. Ein seltsam aufgedunsener Cruise ist allerdings auch nicht förderlich für den sehr vorhersehbaren Film. Dabei sind ganz eingeschränkt betrachtet, auch mal gute Momente dabei - wie die ersten 30 Minuten dieses Films. Der Ex-Militär Reacher (Tom Cruise), der sich nach dem ersten Film in die Anonymität zurückzog, flirtet per Telefon und Mail eifrig mit seiner Kontaktperson Major Turner (Cobie Smulders) bei der Militärpolizei. Als er sich endlich aus seinem Versteck raustraut, gibt es statt einem Date knallharte Action, Verfolgung und Flucht.

Während Reacher mit seiner sagenhaften Beobachtungs- und Kombinationsgabe Turner aus dem Knast befreit, muss er auch die junge Samantha Dayton (Danika Yarosh) beschützen, die seine Tochter sein könnte. Schwierig, weil der Teenager nicht nur generationsbedingte Zickereien an den Tag legt. Samantha hat auch tatsächlich Ähnlichkeiten mit Reacher, die gleiche genaue Beobachtung und der Hang zu kleinen kriminellen Handlungen.

Das raffinierte Trio auf der Flucht droht immer wieder dramatisch in Familiengeschichten-Gequassel zu versacken. Cruise als Reacher ist erträglich, so lange er in Bewegung bleibt und nicht zu viel mit seinem Gesicht machen muss … außer Schläge einfangen. Der Routinier Edward Zwick (zuletzt „Bauernopfer - Spiel der Könige", „Blood Diamond", „Last Samurai") erreicht nicht die gleich visuelle Intensität der Inszenierung wie beim Vorgänger-Film, Werner Herzog gibt nicht mehr den Ober-Schurken und so fällt die schale Action-Rennerei ohne eigene Qualitäten eher unangenehm auf.

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