20.11.16

Florence Foster Jenkins

Großbritannien 2016 Regie: Stephen Frears mit Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg 110 Min. FSK: ab 0

Florence Foster Jenkins (1868-1944) war ein Phänomen - und so gibt es in gerade mal einem Jahr gleich drei Filme zu der prominentesten unfähigen Sängerin überhaupt: Nach der gelungenen französischen Variante „Madame Marguerite oder Die Kunst der schiefen Töne" und der deutschen Dokumentation „Die Florence Foster Jenkins Story" darf nun Meryl Streep die Königin der schiefen Töne geben: Die reiche Erbin Florence Foster Jenkins ist in New York schon eine Weile dabei, ihren Traum zu verwirklichen. Vor einem kleinen Kreis von Freunden und Fans singt sie in peinlich prächtigen Kostümen Opernarien. Ihr platonischer Ehemann und Manager, St. Clair Bayfield (Hugh Grant), ist damit beschäftigt, jede echte Reaktion auf dieses Gejaule vor ihr fern zu halten. Er kauft alle Zeitungen mit den vernichtenden Rezensionen auf, wenn er die Kritiker vorher nicht bestechen konnte. Cosmé McMoon (Simon Helberg), der neue Pianist für die schiefe Diva muss auch besonders eingestimmt werden. Als Florence in einem unbewachten Moment im Jahr 1944 gleich ein ganzes öffentliches Konzert in der Carnegie Hall kauft, entwickelt sich die latente Tragödie zum echten Drama.

Der neue Film zu Florence Foster Jenkins fügt einiges hinzu, was ansonsten nicht thematisiert wurde: Ihr tragische Syphilis-Erkrankung, die Affäre von St. Clair mit einer jungen Nebenfrau. Dabei gelingt dem eigentlich äußerst fähigen und vielfältigen Regisseur Stephen Frears („Mein wunderbarer Waschsalon", „Grifters", „High Fidelity", „Die Queen") ein erstaunlich uninteressanter Film. Die Streep gibt als Schauspielerin, die durchaus singen kann, die unfähige Sängerin mit kleinen Momenten schmerzender Selbsterkenntnis. Und Trotz: „Die Leute mögen sagen, dass ich nicht singen kann. Aber sie können nicht sagen, dass ich nicht gesungen habe!" Hugh Grant legt mit britischem Charme in einem ersten Höhepunkt seines Alterswerks eine großartige Rolle und eine heiße Tanzeinlage hin.

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